Folien-Hersteller in Münchenbernsdorf lobt Prämie für Neue aus

Münchenbernsdorf  Das Münchenbernsdorfer Unternehmen produziert Verpackungen

David Zielinski justiert die Kühlluft-Zufuhr am Extruder, in dem die Folie als Schlauch hergestellt wird. Die Anlagen reichen bis unters Dach. Auf dem Weg dorthin wird die Folie abgekühlt.

David Zielinski justiert die Kühlluft-Zufuhr am Extruder, in dem die Folie als Schlauch hergestellt wird. Die Anlagen reichen bis unters Dach. Auf dem Weg dorthin wird die Folie abgekühlt.

Foto: Sylvia Eigenrauch

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Auf dem Treppenabsatz zum Büro von Geschäftsführer Matthias Dölz verspricht ein Aushang eine Prämie bis 1500 Euro. Beschäftigte sollen damit belohnt werden, wenn sie einen neuen Mitarbeiter für die Münchenbernsdorfer Folien GmbH interessieren und jener ein halbes Jahr im Unternehmen tätig ist.

Seit drei Wochen hängt der Aufruf. Eine Reaktion gibt es bislang nicht, sagt Prokurist Martin Roßmann. Der 32-Jährige ist Assistent des Geschäftsführers. Beide wissen, dass die Produktion von bis zu 900 Tonnen Verpackungsfolie pro Monat an den Arbeitskräften hängt, die in vier Schichten bei rollender Woche die Anlagen in der früheren LPG-Halle auf der Bockaer Höhe bedienen. Im Moment helfen bis zu vier Leiharbeiter aus. Ausbildungswillige für den Beruf des Verfahrensmechanikers in der Kunststoff- und Kautschuktechnik gab es zuletzt vor neun Jahren, erzählt Matthias Dölz.

„Dass sich keiner für den Beruf findet, ist traurig“, sagt Landrätin Martina Schweinsburg (CDU). Sie besuchte gestern das Unternehmen. 2007 gehörte es zu den ersten Partnern des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft im Landkreis Greiz. Der will Schülern die Augen für ihre beruflichen Perspektiven in der Region öffnen und so die heimische Wirtschaft unterstützen.

Die Folien, zwischen 20 und 250 Mikrometer dünn, werden fast ausschließlich für Industrieverpackungen verwendet. Jene Schrumpffolie, die sechs Wasserflaschen zu einem Pack vereinigt, gehört dazu. Aber auch Möbelteile und -beschläge, Laminat, Spielzeug, pharmazeutische Produkte und medizinische Geräte sowie Haushaltgeräte werden in Münchenbernsdorfer Folie verpackt. Für die Automobilindustrie fertigt man im Blasenextrusionsverfahren Korrosionsschutzfolien. Sie sind speziell behandel. Sie halten Sauerstoff und Feuchtigkeit vom verpackten Werkstück fern und verhindern, dass es rostet.

Polyethylen-Granulat lagert in Säcken vor der Halle. „Unser Rohstoffpreis schwankt, fast wie an der Tankstelle“, sagt Matthias Dölz, der seit 2009 Geschäftsführer ist. „Meine Frau ist seit 1996 hier Einkaufsleiterin. Sie bestimmt maßgeblich den Erfolg unseres Unternehmens“, meint er. Seit zwei Jahren gehört auch Tobias Dölz zur Mannschaft. Der 29-Jährige ist Master für Maschinenbau und kümmert sich jetzt um die Technik. Nachfrage nach biologisch abbaubarer Folie gebe es. Doch der Ausgangsstoff sei vier Mal teurer. Über eine Musterbestellung ging noch kein Auftrag hinaus. Auch weil Automaten diese Folie noch nicht verarbeiten könnten.

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