Gera: Bewegter Protest gegen Gewalt an Frauen

Gera.  In den Gera Arcaden tanzen viele Frauen und auch Männer und werden so Teil der weltweiten Initiative „One Billion Rising“.

Über 400 Mittänzer, Sympathisanten und Zuschauer sind am Valentinstag Teil der weltweiten Aktion „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Mädchen und Frauen.

Über 400 Mittänzer, Sympathisanten und Zuschauer sind am Valentinstag Teil der weltweiten Aktion „One Billion Rising“ gegen Gewalt an Mädchen und Frauen.

Foto: Peter Michaelis

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Wenn man bei „One Billion Rising“ (Eine Milliarde erhebt sich) von einer „weltweiten Bewegung“ gegen Gewalt an Mädchen und Frauen spricht, dann ist diese Bewegung wörtlich zu verstehen. Auch in Gera hat sich ein Teil dieser Milliarde am Valentinstag nicht nur erhoben, sondern sich bewegt, getanzt und ein Zeichen gesetzt.

Mehrere Hundert Menschen – Teilnehmer und Zuschauer – säumten die Gänge der Gera-Arcaden, um zum Song „Break the Chain“ eine mit der Geraer Tanzschule Paunack einstudierte, kraftvolle Choreografie vorzustellen beziehungsweise das Ansinnen dahinter durch ihre Anwesenheit zu unterstützen. Das Geraer Netzwerk gegen häusliche Gewalt hatte, unterstützt von der Tanzschule, dem Einkaufszentrum der Bäckerei Oeser, der Stadt und dem Verein „Vereint gegen Gewalt“, über Monate die Aktion vorbereitet, sagte Katrin Nordhaus.

Sie arbeitet in der Beratungsstelle für betroffene Frauen und Männer nach häuslicher Gewalt in Trägerschaft des Vereins Liberare, eine von vier solchen Beratungsstellen in Thüringen und zuständig für ein Gebiet von Sonneberg bis Altenburg, sagt sie. In der Großen Kirchstraße 9 werden im Jahr durchschnittlich über 250 Betroffene beraten, die zumeist nach polizeilichen Interventionen hierher vermittelt werden, erklärt sie. 90 bis 95 Prozent dieser Betroffenen seien Frauen.

Die Milliarde, die sich seit einigen Jahren weltweit am 14. Februar erheben soll, gehe auf eine Erhebung zurück, erklärt Kathrin Nordhaus, nach der eine von drei Frauen weltweit in ihrem Leben Opfer von Gewalt wird. Ein Zeichen dagegen zu setzen sei eine wichtige Botschaft, findet Sandra Pflieger aus Gera. Als Tanztherapeutin habe sie auch manchmal mit Betroffenen zu tun. Dass Gera eine eigene „One Billion Rising“-Aktion startet, findet sie toll. „Ich habe das im Internet gelesen und freue mich, dass es das hier gibt. Tanzen verbindet.“

Mehr Infos zur Interventionsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt: www.interventionsstelle-gesa.de

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren