„Hirschbar“ statt Winterdorf und Eisbahn: Das ändert sich alles vor dem Kuk

Gera  Die Märchenmarkt-Zeit in Gera nähert sich und inzwischen ist auch eine Entscheidung gefallen, wie es auf der Fläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum weitergeht.

Links die Hütten des „Winterdorfs“, rechts die Eisbahn. Beides wurde zuletzt gemeinsam betrieben.

Links die Hütten des „Winterdorfs“, rechts die Eisbahn. Beides wurde zuletzt gemeinsam betrieben.

Foto: Peter Michaelis

Nun ist es amtlich: In diesem Winter wird es zum Geraer Märchenmarkt keine Eisbahn auf der Fläche vorm Kultur- und Kongresszentrum geben. Das bestätigte die Stadtverwaltung Gera auf unsere Nachfrage in dieser Woche. Bereits im Juli hatte nach entsprechenden Gerüchten die bisherige Betreiberfamilie Schneider erklärt, dass es mit ihr in diesem Jahr weder die Eisbahn noch das „Winterdorf“ auf dieser Fläche geben werde. Die Stadt hatte zu dem Zeitpunkt noch auf laufende Beratungen verwiesen.

Vom Johannisplatz in Geras Neue Mitte

Zu den Gründen für ihre Entscheidung wollte sich die Schaustellerfamilie auf unsere Nachfrage auch gestern nicht äußern. Das Thema sei für sie abgeschlossen. Auch der Stadtverwaltung seien nach deren Bekunden keine Gründe für die Absage genannt worden, die sie im zweiten Quartal dieses Jahres von den Betreibern mitgeteilt bekam. Ob es eine Eisbahn in den kommenden Jahren wieder geben wird, ist offen. „Derzeit liegt keine Anfrage für eine Betreibung im Jahr 2020 vor“, heißt es dazu aus dem Rathaus. Zumindest für das „Winterdorf“ – ein zusammenhängender Bereich mit Glühweinhütten, Verpflegungsständen sowie überdachten und offenen Aufenthaltsbereichen und Partymusik – wurde an dieser Stelle aber Ersatz gefunden: die „Hirschbar“.

Gespannt, aber auch zuversichtlich blickt Hirschbar-Veranstalter Jörg Eddel auf die neue Herausforderung. Mit dem Umzug vom angestammten Märchenmarkt-Platz vor dem Rutheneum auf die Fläche vorm KuK musste fast zwangsläufig auch das Konzept für ein größeres Areal überarbeitet, muss das Personal hierfür aufgestockt werden.

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Im Zentrum steht natürlich weiter die mobile, geräumige Bar, wie sie über die Jahre auf dem Johannisplatz zu finden war. Das auch künftig umzäunte Areal werde aber um drei Module erweitert, unter anderem einer separaten sogenannten Schirmbar, die auch für Weihnachtsfeiern gemietet werden könne sowie einem großzügigen und gemütlichen Außenbereich, sagt Eddel, der mit seiner Veranstaltungsagentur in Jena sitzt, aber in Gera lebt. Ansonsten wolle man viel Bewährtes in Geras Neue Mitte mitnehmen, es soll verschiedene Veranstaltungen geben, wobei er den eigenen Anspruch an ein gewisses Niveau unterstreicht.

Sicher seien Lage und Größe des neuen Standortes auch eine Herausforderung, der er sich aber offen und unvoreingenommen stellen möchte. „Nachdem die Stadt mit der Idee auf uns zugekommen ist und wir uns nun dafür entschieden haben, habe ich bei allem Bauchkribbeln auf jeden Fall Bock darauf“, sagt Jörg Eddel: „Ich freue mich, hier zusammen mit der Stadt in gewohnter hirschiger Gemütlichkeit etwas Neues zu versuchen.“

Abstimmungen laufen zu täglichen Öffnungszeiten

Nur das Thema Eisbahn, sagt er, kam für ihn aus wirtschaftlicher Sicht nicht in Frage. Dafür fehlten in den letzten Jahren einfach die frostigen Temperaturen, die es sowohl für die richtige Eislauf-Stimmung als auch für einen vertretbaren Energieaufwand für den Betrieb einer solchen Attraktion brauche.

Eröffnet werden soll die Hirschbar an neuer Stelle mit einer Party über zwei Abende am 22. und 23. November, ehe nach einer kurzen Verschnaufpause am 28. November – mit Eröffnung des Geraer Märchenmarktes – der tägliche Betrieb aufgenommen wird. Bis zur Abschlussparty am 5. Januar hofft man auf viele stimmungsvolle, fröhlich-friedliche Abende. Wie die Öffnungszeiten im Einzelnen gestaltet werden, dazu liefen derzeit noch Abstimmungen.

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