Geraer beim Automobilkongress mit China

Ingolstadt/Gera  Der Wirtschaftsförderverein will Kontakte anbahnen. Das ist auch Ziel einer Unternehmerreise, die Samstag gen Osten startet

Gestern in Ingolstadt: Shuting Zhang (mittlere Reihe von rechts) aus Berlin, Vereinsvorsitzender Roberto Tamaske und Andreas Nikisch.  

Gestern in Ingolstadt: Shuting Zhang (mittlere Reihe von rechts) aus Berlin, Vereinsvorsitzender Roberto Tamaske und Andreas Nikisch.  

Foto: Wirtschaftsförderverein Thüringen

Eine Geraer Delegation mit Roberto Tamaske, Chef des in diesem Jahr gegründeten Wirtschaftsfördervereins Thüringen International, war gestern in Ingolstadt.

Dort fand der 3. Deutsch-Chinesische-Automobilkongress statt, für den die Gastgeberländer abwechselnd China und Deutschland sind. Nach dem Besuch einer chinesischen Delegation der Agentur China International Investment Promotion (CIPA) Ende April in Gera waren Tamaske und auch der damalige Gastgeber Andreas Nikisch, Geschäftsführer der AGA Zerspanungstechnik GmbH im Gewerbegebiet Gera-Hermsdorf, eingeladen worden. Die Agentur begleitet sowohl chinesische als auch deutsche Unternehmen bei wechselseitigen Wirtschaftskontakten.

Dass dabei auch Gera eine Rolle spielt, ist das große Ziel des 62-jährigen Vereinschefs. Seit April habe Tamaske, er arbeitet als Unternehmensberater in Gera, die Zentrale der Agentur in Frankfurt am Main und den chinesischen Handelsattaché in Berlin besucht.

Von der Catl-Investition etwas nach Gera holen

„Mit dem Präsidenten der Dualen Hochschule Gera habe ich beraten, wie in Gera Führungskräfte für einen Thüringer Standort der Chinesen ausgebildet werden können“, erklärt Tamaske gegenüber unserer Zeitung. „Es wäre doch schön, wenn wir als Stadt in irgendeiner Weise etwas von der Milliarden-Investition von Catl haben. Und wenn es im Bereich Bildung ist“, sagt der Vereinsvorsitzende. Der chinesische Konzern will nach Informationen aus dem Sommer, am Erfurter Kreuz für 1,8 Milliarden Euro eine neue Batteriefabrik bauen.

Eingeladen von der CIPA sind Tamaske und weitere Geraer Vertreter auch für eine China-Reise der deutschen Wirtschaft. Sie startet am 21. September und steht bis zum 28. September im Zeichen der intelligenten Produktion. „Für mich ist es die erste Reise nach China und eine Reise in die Zukunft“, sagt Tamaske, der davon spricht, dass auch die Stadt Gera eingeladen worden war. Auf dem Besuchsprogramm der Delegation stehe dann auch die größte Stadt der Welt als Station. Chongqing heißt sie. „Sie soll so groß wie Österreich sein und 30 Millionen Einwohner haben“, erzählt der Geraer beeindruckt. Vor allem Unternehmensbesuche stehen auf dem Programm. Bei den kleinen Gastgeschenken habe er darauf geachtet, dass sie nicht in China hergestellt wurden. Zinnbecher aus dem Erzgebirge mit Goethe-Schiller-Abbild nimmt er mit. „Für mich wäre es schön, wenn wir als Verein dazu beitragen können, dass eine chinesisch-deutsche Städtepartnerschaft entsteht. China ist ein Zukunftsthema“, meint er.

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