Geraer erobern ihren Stadtstrand

Gera  Der Elster-Strand im Hofwiesenpark in Gera ist am Wochenende eröffnet worden. Die Bewohner der Stadt zeigen sich begeistert.

Dieses Trio genießt den Anblick des abendlichen Elsterstrandes mit gut besuchter Strandparty vom gegenüberliegenden Faulenzerweg.

Dieses Trio genießt den Anblick des abendlichen Elsterstrandes mit gut besuchter Strandparty vom gegenüberliegenden Faulenzerweg.

Foto: Marcel Hilbert

„Angenehme 20 Grad Wassertemperatur“ meinen ­Nicole und Madeleine und lachen – offenbar mit den Fußzehen gemessen. Während Sohn Moritz wie viele Kinder am Sonnabend durch das flache Wasser der Weißen Elster toben, stehen seine Mutti aus Gera und ihre Freundin aus Langenwetzendorf am Sandstrand und freuen sich. Über die vielen gut gelaunten Besucher und über den neuen Geraer Anlaufpunkt an sich. „Es ist total toll geworden, wir freuen uns für Gera“, sagen die Frauen, die schon am zweiten Tag zu Wiederholungstäterinnen geworden sind.

Der am Freitag eröffnete Elster-Strand im Hofwiesenpark ist am Startwochenende von den Geraern erobert worden. Während am Nachmittag vor allem Familien mit Kindern den 230 Meter langen Sandstrand bevölkerten, waren es am Freitag- und Samstagabend die Besucher der Strandpartys. „Ganz toll und total entspannt“ liefen die, wie Tobias Meißner von AT-Events berichten durfte. Die Veranstaltungsagentur übernahm gemeinsam mit der Bäckerei Oeser die Unterhaltung und Gastronomie am Eröffnungswochenende. „Wir sind mehrmals gefragt worden und ich bin mir recht sicher, dass wir das im Sommer noch einmal wiederholen werden“, sagte Meißner. In dieser Woche soll es gemeinsam mit der Stadt eine „Manöverkritik“ geben, bei der das Eröffnungswochenende ausgewertet wird. Zunächst lockt der Strand ab heute ohne großes Drumherum, dafür aber weiter kostenfrei, zu den Öffnungszeiten des Hofwiesenparks, 6 bis 23 Uhr.

„Sehr schön, gerade für uns als Untermhäuser“, fanden auch Julia und Andrea das neue Kleinod auf Höhe des Stadions der Freundschaft. „Wir hätten nicht gedacht, dass das so groß ist.“

Baden im Wildfluss auf eigene Gefahr

Tatsächlich gab es trotz großen Besucherzahlen eigentlich kein Gedränge. „Man sieht ja, was los ist, ich denke, das ist eine echte Bereicherung für Gera“, sagte Peter Schubert, der mit seiner Frau auf der Picknick-Decke lag und das freundliche Wetter am Samstagnachmittag genoss. „Ich habe das in der Zeitung verfolgt und kenne solche Strände auch aus anderen Städten“, sagte er und ist sich sicher: „Wir kommen wieder.“

„Man kommt tatsächlich richtig in Urlaubsstimmung“, so Ralf Spies, der es sich gemeinsam mit Andreas und Kerstin Papczyk und Dolores Heinig am anderen Strandende im Liegestuhl gemütlich gemacht hat. Da könne man ja jetzt den Urlaub stornieren und hier bleiben, meinte Andreas Papczyk grinsend. Besonders hob die Gruppe hervor, dass dieses Stranderlebnis für die Geraer kostenlos ist. „Man muss hier wirklich noch einmal die Sponsoren hervorheben, die das hier möglich machten“, sagte Ralf Spies. Dazu gehörten laut Stadtverwaltung das Bauunternehmen Max Bögl, Vermesser Thomas Zein, die Otegau und der Abfallwirtschaftszweckverband.

Ihnen dankte zur Eröffnung auch Geras Oberbürgermeister Julian ­Vonarb (parteilos), ebenso wie dem zuständigen Projektteam der Verwaltung. Unterstützt wurde das Vorhaben zudem von der Adelheid Meißner GmbH, der Elstertal Infraprojekt GmbH und der Firma Kremer-Masuhr Grafikdesign, die kurzfristig das Hinweisschild zum Baden in der Elster gestaltete. Neben dem „Baden auf eigene Gefahr“ ist darauf der Appell zu lesen, seinen Müll wieder mitzunehmen. Dass dazu auch Zigarettenkippen gehören, betonte ein Badegast und deutete auf einige Hinterlassenschaften am Boden. Es war nicht das einzige Mal, dass am Wochenende der Wunsch zu spüren war, diese städtische Errungenschaft möglichst lange in gutem Zustand zu erhalten.

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