Geraer Fotograf stellt beim Eisenberger Kunstverein aus

Eisenberg  „Ein bisschen verrückt muss man schon sein“: Der Fotograf Frank Schreiber stellt beim Eisenberger Kunstverein aus und plädiert für mehr Ruhe bei der Suche nach dem Motiv.

Frank Schreiber stellt 20 seiner Fotografien im Eisenberger Kunstverein aus.

Frank Schreiber stellt 20 seiner Fotografien im Eisenberger Kunstverein aus.

Foto: Florian Girwert

Mit konzentriertem Blick befestigt Frank Schreiber eines der großen Bilder an der Wand, damit alles fertig ist für die Eröffnung der Ausstellung in der kleinen Galerie des Eisenberger Kunstvereins.

20 Fotografien unter dem Namen „Jenseits der Hast“ hat er ausgewählt. Die meisten Motive sind Landschaftsaufnahmen, oft mit mehreren Minuten Belichtungszeit und durch mehrere optische Filter hindurch fotografiert. „Das geht natürlich nur mit Stativ“, erklärt Schreiber. Wenn er auf Foto-Tour geht, hat er es also stets dabei. „Das stört mich schon gar nicht mehr.“

Meist gefällt Schreiber das wärmere Licht am späten Nachmittag und am Abend – folglich findet sich das in vielen seiner Bilder wieder. Dass er für die richtige Lichtstimmung auch im Urlaub mal zur Unzeit aus dem Haus geht, braucht natürlich Toleranz. „Deshalb bin ich meiner Frau dankbar, dass sie das schon so lange mitmacht.“

Sind die beiden im Urlaub, dann zieht der Geraer in der Regel mal für einzelne Tage alleine los. „Ein bisschen verrückt muss man schon sein, um in einem Gebirgsbach zwei Stunden lang mit Gummistiefeln auf der Suche nach dem richtigen Motiv zu sein“, berichtet er und grinst. Da müsse man sich von Wanderern auch mal Sprüche anhören. „Aber da steht man irgendwann drüber.“ Seit er 1978 über den Fotozirkel beim VEB Elektronik Gera zur Fotografie kam, hat sich technisch einiges getan – das ist aber nicht alles.

„Wer sich eine teure Vollformat-Kamera kauft und dann einfach im Automatik-Modus fotografiert, verschenkt viel Geld. Wichtig ist, dass man sich auf der Suche nach einem guten Motiv Zeit lässt und sich überlegt, was man zeigen will.“ Die Menschen seien oft zu fixiert auf schicke Urlaubsbilder, er experimentiere lieber ein bisschen.

Durch die lange Belichtung entstehen gewollte Unschärfen, Nebeleffekte und der Eindruck fließenden Wassers. Damit jedes der Bilder für sich gut wirken kann, hat sich der Künstler auf 20 Stück beschränkt. „Es soll keine Petersburger Hängung sein.“ Es gehe nicht um möglichst viele Bilder, sondern um Qualität. Die wird inzwischen auch gewürdigt: Frank Schreier hat mit einem gespiegelten Foto zur diesjährigen „Kunst im Bogengarten“ in Eisenberg unter dem Thema „Naturgewalten – Feuer, Wasser, Erde, Luft“ den 3. Publikumspreis erhalten.

Er selbst fotografiert mit einer Canon 70D, einem Mittelklasse-Modell, das aber über eine ausreichend hohe Auflösung verfügt, um Bilder auch stark vergrößert zeigen zu können – wie für die aktuelle Ausstellung nötig. Die wandert übrigens im Anschluss an den Monat auf dem Steinweg weiter zur Firma Sanit, dann zu den Waldkliniken und dann zur Firma TFT nach Hermsdorf.

Die Ausstellung in der Galerie im Steinweg 18 wird am 17. September um 18 Uhr eröffnet und ist bis 22. Oktober immer dienstags und donnerstags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

Zu den Kommentaren