Geraer Liebe-Gymnasium will „Schule mit Courage“ werden

Gera.  Schülerinnen und Schüler der „Courage-AG“ sensibilisieren für Diskriminierung.

Die „Courage-AG“ des Geraer Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums (v.l.n.r.): Lukas Herrmann, Julian Schirmer, Lilli Jakuttis, Amelie Schmohl, Kim Berner, Miriam Vinzelberg, Lena Golde und Angelique Laqua. Schulsozialarbeiterin Jennifer Metzner (rechts) unterstützt die AG.

Die „Courage-AG“ des Geraer Karl-Theodor-Liebe-Gymnasiums (v.l.n.r.): Lukas Herrmann, Julian Schirmer, Lilli Jakuttis, Amelie Schmohl, Kim Berner, Miriam Vinzelberg, Lena Golde und Angelique Laqua. Schulsozialarbeiterin Jennifer Metzner (rechts) unterstützt die AG.

Foto: Luise Giggel

„Ich hatte gleich Herzchen in den Augen, als Kim mit der AG-Idee zu mir kam“, berichtet Schulsozialarbeiterin Jennifer Metzner. Im März wurde aus der Idee Wirklichkeit und die Arbeitsgemeinschaft „Courage“ gegründet. Genauso wie ihre Schulsozialarbeiterin wollen die inzwischen neun Schüler nun auch alle anderen am Theodor-Liebe-Gymnasium überzeugen, um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu bekommen.

Dafür haben sich die Jugendlichen verschiedene Projekte zum Thema überlegt: Diskussionsrunden, eine Ausstellung mit Comics zu „Vielfalt von geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen“ oder eine Litfaßsäule an der Schule mit Infos über Rassismus und Diskriminierung. Bei ihren monatlichen Treffen tauschen sie sich über eigene Erfahrungen aus und vertiefen das Thema mit Quellenarbeit. So ist auch der pädagogische Aspekt der AG sichergestellt.

In den eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung sowie in Erzählungen von Bekannten, die von Rassismus betroffen sind, liegt die Motivation für die AG. Die Jugendlichen wollen Mitschüler, Lehrkräfte und Eltern sensibilisieren, damit „sich alle an der Schule willkommen und wohlfühlen“, sagt Amelie Schmohl.

Lehrkräfte ins Boot holen

Verliehen wird der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ von der Stiftung Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar. Notwendig dafür sind 70 Prozent Zustimmung von allen Personen an der Schule. „Wir wollen als nächstes die Lehrer ins Boot holen“, erzählt Kim Berner. „Die haben mehr Autorität, um den Rest zu überzeugen“, ergänzt Lukas Herrmann.

Ihre Präsentation vor den Lehrkräften im November haben die 12- bis 17-Jährigen in dieser Woche schon mal vor anderen Geraer Schulsozialarbeitern geübt und sich auf mögliche Nachfragen vorbereitet. Wenn alles nach Plan läuft, möchte die AG noch in diesem Schuljahr den Titel verliehen bekommen – das Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium wäre damit die erste staatliche Schule in Gera.