Geraer Sabaki-Projekt mit neuem Aufkleber für Kinder in Not

Gera  Anlässlich des zehnjährigen Bestehens von Sabaki erhalten alle GVB-Busse und -Bahnen selbsterklärende „Safepoints“

Robin, Luke, Penelope und Saskia aus der Klasse 4c der Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Gera vor einem der neuen roten „Safepoint“-Aufkleber am Bus der Geraer Verkehrsbetriebe.

Robin, Luke, Penelope und Saskia aus der Klasse 4c der Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Gera vor einem der neuen roten „Safepoint“-Aufkleber am Bus der Geraer Verkehrsbetriebe.

Foto: Christiane Kneisel

Ein leuchtend roter Aufkleber mit einem stacheligen Igel hat bisher Kindern in Gera symbolisiert, dass sie hier Hilfe finden, wenn sie sich bedroht fühlen und in Not sind, wenn sie Schutz und Hilfe suchen. Derlei runde Aufkleber zieren Geschäfte, aber insbesondere auch die Busse und Straßenbahnen der Geraer Verkehrsbetriebe (GVB).

Gut sichtbar neben den Fahrertüren platziert, weisen die Symbole die Fahrzeuge als „Safepoint“, zu deutsch Sicherheitspunkt, aus. Initiiert wurde die Schutzpunktinitiative durch das Kinderpräventionsprojekt Sabaki, das zugleich Mädchen und Jungen in Kindergärten und Grundschulen trainiert, wie sie sich richtig verhalten.

Auf den ersten Blick

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins Sabaki erhalten nun die GVB-Busse und Bahnen neu gestaltete, selbsterklärende Aufkleber. Diese sind nun auf den ersten Blick als „Safepoints“ erkennbar – auch für alle Kinder, die noch keine solcher Verhaltensschulungen des Vereins besucht haben.

Gestern durften Geraer Grundschüler im Beisein von Thüringens Finanzministerin Heike Taubert (SPD), Geras Oberbürgermeister Julian Vonarb (parteilos), der zugleich Schirmherr über Sabaki ist, sowie von GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle die ersten neuen „Safepoint“-Sticker symbolisch an zwei Bussen anbringen.

Bisher keine derartige Notsituation

Insgesamt 70 Busse und Straßenbahnen sowie der GVB-Kundenservice in der Heinrichstraße sind als Sicherheitspunkt gekennzeichnet. „Es ist aber nicht damit getan, dass der Geraer Verkehrsbetrieb ein paar Aufkleber am Bus anbringt und sagt, das war‘s“, betonte Schirmherr Julian Vonarb. „Sondern auch die Mitarbeiter wissen genau, was in solch einer Situation zu tun ist. Das ist ein zusätzlicher Aufwand, dem sich der GVB stellt und den er für die Sicherheit leistet“, so Vonarb.

„Als Safepoint-Partner hatten wir in den vergangenen zehn Jahren glücklicherweise nicht einen Fall, dass ein Kind Zuflucht bei einem unserer Fahrer suchen musste“, resümierte GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle. Das sei natürlich auch das Ziel des Sabaki-Projektes, präventiv wirksam zu werden, damit es gar nicht dazu komme. Falls eine Notsituation doch einmal eintreten sollte, alarmieren die Fahrer über die GVB-Leit­stelle die Polizei.

Parallel zu den Safepoints vom Präventionsprojekt Sabaki gibt es in der Stadt Gera seit zwei Jahren die Notinsel-Aktion, wo Kinder in Not ebenfalls Zuflucht finden können. Bundesweit initiiert über die Stiftung Hänsel und Gretel, ist das SOS-Kinderdorf Gera der hiesige Standort-Partner. Aktuell gibt es hier rund 50 Anlaufpunkte in Geschäften.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.