Geraer THW-Jugend als Brückenbauer

Gera  Nachwuchs des Technischen Hilfswerks Gera ist beim Bundesjugendlager in Rudolstadt dabei. Spenden helfen, das zu organisieren

Andreas Schubert und Ralph Lenkert schauen zu, wie die Nachwuchsretter Niklas, Adrian, Julien und Niclas (von links) den neuen Anhänger beladen.

Andreas Schubert und Ralph Lenkert schauen zu, wie die Nachwuchsretter Niklas, Adrian, Julien und Niclas (von links) den neuen Anhänger beladen.

Foto: Marcel Hilbert

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Sie sind Brückenbauer im wörtlichen Sinn, und das in jungen Jahren: Niclas (14), Niklas (12), Adrian (12) und Julien (13) haben gerade erst wieder geübt, eine Zugbrücke zu errichten. Sie alle sind Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW), oder genauer: der THW-Jugend.

Die vier Nachwuchs-Katastrophenschützer bereiten sich derzeit wie der Rest ihrer Gruppe auf einen großen Höhepunkt und gleichzeitig gewissermaßen ein Heimspiel vor: Das THW-Bundesjugendlager in Rudolstadt. Über 4600 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland werden hier vom 27. Juli bis 3. August erwartet, in der einzigen Woche, in der in allen Bundesländern Ferien sind, sagt André Witke. „Wir Geraer sind dort mit 16 Personen vertreten, darunter 12 Kinder“, sagt der Jugendbetreuer des THW-Ortsverbandes Gera. „Und wir vertreten Thüringen im Bundeswettkampf, in dem jeweils nur ein Team pro Bundesland startet“, sagt er. Bereits jetzt seien eine Handvoll erwachsene THW-Helfer in Rudolstadt, um beim Aufbau zu helfen. „Da entsteht eine richtige Kleinstadt.“

Für die, diesmal nicht ganz so weite Fahrt der Geraer können sie auf eine neue Transportmöglichkeit für ihre Ausrüstung zurückgreifen: einen Transportanhänger. „Bisher mussten wir den Lkw nehmen, jetzt können wir den Mannschaftstransportwagen mit Anhänger nutzen“, sagt André Witke. 4200 Euro hat die THW-Jugend dafür investiert neben Spendengeldern und Eigenmitteln vor allem Lottomittel des Landes.

2967 Euro aus dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, wurden gestern nachträglich vom Bundestagsabgeordneten Ralph Lenkert und von Stadtratsmitglied Andreas Schubert (beide Linke) übergeben. Der Anhänger steht bereits auf dem Hof des Ortsverbandes in der Wiesestraße, nur die Beschriftung im markanten Blau fehlt noch.

Beide Politiker nutzten die Gelegenheit, um zwei weitere Spenden zu übergeben. 500 Euro stammt von der Linken-Bundestagsfraktion, die einen Teil ihrer Diätenerhöhungen gemeinnützigen Projekten spendet. Mit dem Geld wird der THW-Helferverein – der Förderverein des Geraer Ortsverbandes, in dem Lenkert auch Fördermitglied ist – bei der Anschaffung eines Farblaserdruckers unterstützt. Weitere 450 Euro gab der Verein „Alternative 54“ der Linken, über den ebenfalls Diätenerhöhungen, aber auf Landtagsebene, gespendet werden. Diese Spende schließt den Kreis, denn damit wird wiederum die THW-Jugend bei ihrem Trip nach Rudolstadt unterstützt. „Wir haben dadurch etwa 1000 Euro Kosten, da hilft das schon“, sagt André Witke.

Michael Naundorf, 2. Vorsitzender des THW-Helfervereins, erklärt auf Nachfrage, dass man, auch wenn das THW eine Bundesanstalt sei, auch auf Spenden angewiesen sei. Es gebe zwar Standardausrüstung, aber eben auch sinnvolle Ergänzungen, für die die zur Verfügung stehenden Mittel nicht vorgesehen sind.

Bleibt noch die Frage nach der Einsatzbereitschaft, wenn neben den 4600 Jugendlichen auch Hunderte THW-Betreuer in Rudolstadt weilen. Die sei natürlich gegeben, sagt Naundorf: „Rudolstadt dürfte aber in der Zeit die sicherste Stadt Deutschlands sein.“

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