Gut ist relativ

Mit der Laasener Straße rückt die Sammelstelle in Zentrumsnähe. Gut für die Bedürftigen, aber gut ist relativ.

Christiane Kneisel, Redaktion Gera

Christiane Kneisel, Redaktion Gera

Foto: Peter Michaelis

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Seit Jahren gibt es sie und seit Jahren ist sie gut besucht: die Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in Gera. Stammgäste ziehen sozusagen jahrelang mit den Ausgabe-Standorten mit. Von den Garagen in der Ebelingstraße in Theaternähe wechselte die Einrichtung einst in die Otto-Rothe-Straße nach Lusan, um nun erneut umzuziehen. Mit der Laasener Straße rückt die Sammelstelle in Zentrumsnähe. Gut für die Bedürftigen, von denen nun viele nicht mehr auf die Bahn, den Bus oder lange Fußwege angewiesen sind, um Textilien zum Nulltarif beziehen können. Gut für die Kleiderkammer, die jetzt in zentraler Lage noch mehr Menschen erreichen kann und einen viel größeren Warenumschlag haben dürfte. Letzteres wird zweifellos der bewusst verringerten Platzkapazität zugunsten niedriger Mietkosten entgegenkommen.

Gut ist jedoch wie so oft relativ. Gut wäre letztlich, wenn es einer solchen Einrichtung der Freien Wohlfahrtspflege überhaupt nicht bedarf. Denn eine solche Sammelstelle, so sozial ihr Anliegen auch ist, charakterisiert immer auch eine Stadt. Gera muss damit leben, sehr viele Einwohner zu haben, die auf öffentliche Zuwendungen angewiesen sind. Die stets steigenden Ausgaben des kommunalen Sozialbudgets sprechen ebenfalls eine klare Sprache. Das ist bitter, zumal ich eine Trendwende nicht sehen kann.

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