Harth-Pöllnitz hat einen der jüngsten Ortsbrandmeister

Niederpöllnitz.  Seit Januar 2020 hat die Gemeinde Harth-Pöllnitz einen neuen Ortsbrandmeister. Er ist 27 Jahre alt.

Kevin Golde ist neuer Ortsbrandmeister der Gemeinde Harth-Pöllnitz.

Kevin Golde ist neuer Ortsbrandmeister der Gemeinde Harth-Pöllnitz.

Foto: Ilona Berger

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Das Feuerwehr-Gen scheint in der Familie zu stecken. Der Opa war bei der freiwilligen Feuerwehr (FF) in Neukirchen im sächsischen Landkreis Zwickau, der Vater ist es noch, der Bruder ebenso. Schon als Knirps bewunderte Kevin Golde die großen roten Autos mit ihrer Technik im Innersten und die Uniformen. Bücher über die Feuerwehr verschlang er. Eine Feuerwehrwache aus Lego gehörte zum Lieblingsspielzeug.

„Mit zehn Jahren konnte ich endlich in die freiwillige Feuerwehr im Ort eintreten, mit 16 habe ich meine erste Uniform erhalten“, erinnert sich der 27-Jährige. „Zwei Jahre später erhielt ich zum ersten Einsatz den Funkmeldeempfänger.“

In Crimmitschau beendete der junge Mann seine Schule, machte ein freiwilliges Jahr in einem Pflegeheim und war sich unschlüssig, ob ein Beruf in diesem Bereich das Richtige wäre. Es folgte eine Ausbildung als Rettungssanitäter. „Doch ich wollte zurück.“ Manchmal dauert es eben, seinen Weg zu finden. Es folgte eine berufsbegleitende Ausbildung zum Altenpfleger in Auma. 2019 hat Kevin Golde seinen Abschluss in der Tasche. „Wer in der Pflege oder in der Feuerwehr arbeitet, möchte helfen“, so der junge Mann. Seit 2012 wohnt er in Wetzdorf. Seine Heimat wie die seines Lebenspartners ist auch die Feuerwehr.

Mit Können und Bissüberzeugen wollen

Im November vergangenen Jahres wird Kevin Golde zum Ortsbrandmeister der Gemeinde Harth-Pöllnitz gewählt, einer der jüngsten im Landkreis Greiz. Er freute sich über die Ja-Stimmen. Skeptiker möchte er mit Können, Biss und Engagement überzeugen. „Feuerwehr ist mein Hobby, für das tue ich alles.“ Um die Belange von acht freiwilligen Wehren in den Ortsteilen Niederpöllnitz, Frießnitz, Großebersdorf, Birkhausen, Wetzdorf, Rohna, Neundorf und Köckritz/Köfeln mit insgesamt 90 Aktiven muss sich Golde kümmern. „Kosten im Auge behalten, Angebote für notwendige Ausrüstungen einholen und Bestellungen auslösen - all das gehört unter anderem zu meinen Aufgaben.“ Golde setzt auf einen engen Kontakt zur Verwaltung. Einmal in der Woche schaut er dort vorbei. „Ich verbringe momentan viel Zeit, um mich einzuarbeiten.“ In diesem Jahr wird er noch einen Zugführerlehrgang absolvieren und nächstes Jahr den Lehrgang zum Führen von Verbänden.

Alle freiwilligen Feuerwehren mit Einsatztechnik stärken, eine Spezialisierung anstreben und das Miteinander der Wehren stärken, nennt der Ortsbrandmeister als seine Ziele. „Ich versuche, wenn möglich, bei allen Einsätzen dabei zu sein.“ In diesem Jahr rückten die ehrenamtlichen Feuerwehrleute fünf Mal aus. Sturmtief Sabine ließ unter anderem Bäume auf die Straße umknicken, ein Ölspur musste beseitigt und eine Tür geöffnet werden. „2019 gab es 31 Einsätze, darunter den Ruf zu neun Bränden“, berichtet Golde. „Auch zur Rettung eines Schwanes der sich in einem Baum in Burkersdorf verfangen hatte, waren wir vor Ort.“ Ein wichtiges Anliegen sei ihm, noch mehr Kinder und Jugendliche für die Arbeit in der Wehr zu begeistern. „Ist sie doch abwechslungsreich und der Zusammenhalt wird gefördert.“ Was sich Kevin Golde vor allem von den Bürgern wünscht, ist mehr Achtung und Rücksichtnahme. „Wir rücken aus, um zu helfen und das ehrenamtlich.“

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