„Held der Herzen“ – Isabell Dähne aus Gera trainiert leidenschaftlich die Angels

Gera.  Die Geraer Trainerin kann sich ein Leben ohne Cheerleading nicht vorstellen. Auch wenn das manchmal zu Problemen führt.

Übungsleiterin Isabell Dähne fühlt sich am wohlsten inmitten ihrer Cheerleader der Great Gera Skates.

Übungsleiterin Isabell Dähne fühlt sich am wohlsten inmitten ihrer Cheerleader der Great Gera Skates.

Foto: Jens Lohse

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Aus einem geplanten Mädchen-Football-Team, das es nie in den Spielbetrieb schaffte, entstanden vor 22 Jahren die Cheerleader des Great-Gera-Skates-Vereins, die Angels. Und wo die „Engel“ trainieren, kann auch sie nicht weit sein: Isabell Dähne ist seit 1997 im Verein aktiv. Im Jahr 2000 übernahm sie die Jugendgruppe als Übungsleiterin. Seit 2008 trainiert sie das Senior-Team. Der Verein zählt mittlerweile mehr als hundert Mitglieder.

Isabell Dähne ist studierte Biologin und pendelt täglich zwischen ihrem Arbeitsort Jena und der Heimatstadt Gera. Ein Leben ohne Cheerleading kann sich die 38-Jährige kaum vorstellen. „Das könnte ich jeden Tag machen. Ich bin auch noch im Aufbau-Team und im Eltern-Team mit dabei. Dazu stehen an den Wochenenden manchmal separate Turntrainings auf dem Programm“, sagt Isabell Dähne.

Balance zwischen Familie uns Sport

Als Mutter von zwei Kindern fordert aber auch die Familie ihre Rechte ein. Sohn Richard ist zehn Jahre alt und spielt an der Ossel bei OTG 1902 Gera Fußball. Die neunjährige Ronja ist selbst Cheerleaderin und beim Inlineskaten aktiv. „Bei uns wird es nicht langweilig. Wir sind immer am Organisieren. Zum Glück ist meine Tochter auch beim Cheerleading. Sie ist dann manchmal mein Alibi“, sagt Isabell Dähne. Auch ihr Ehemann ist zwangsläufig in den Sport involviert. Nach drei Jahren, in denen die Senior-Gruppe für Science City Jena bei den Heimspielen der Basketball-Bundesliga gecheert hat, ist er zum Basketball-Fan geworden.

Isabell Dähne ist mindestens zwei Mal die Woche beim Training. „Bis zu viermal können es werden, gerade wenn Meisterschaften anstehen“ sagt sie. „Meine Kinder finden das nicht immer so toll, aber ich liebe und lebe diesen Sport seit meiner Jugend und meine Familie lebt ihn jetzt mit“, sagt die Trainerin. Ehrenamt funktioniere nur, wenn die Familie mitzieht. „Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Und ich bin bei weitem nicht die einzige, die sich bei uns im Verein so engagiert“, sagt Isabell Dähne, die ihrer Familie viel aufbürdet und einräumt, dass es manchmal Reibereien gibt. „Aber wir halten zusammen und freuen uns immer ganz besonders auf die Urlaube, um zusammen Kraft zu tanken“, sagt sie.

Für Regionalmeisterschaft qualifiziert

Jüngst weilten die Cheerleader mit drei ihrer sechs Gruppen bei der gemeinsamen Landesmeisterschaft Sachsen-Anhalts und Thüringens in Dessau. Das Trio qualifizierte sich für die Regionalmeisterschaft Anfang Februar in Riesa, wo sie sich dann die Startplätze für die nationalen Titelkämpfe erkämpfen wollen. „Das war ein toller Erfolg und verleiht mir und den mittlerweile mehr als zehn Übungsleiterinnen im Verein zusätzliche Motivation für die nächsten Wochen. Wenn die Tagesform nicht stimmt und sich die Erfolge nicht einstellen, dann fragt man sich nämlich manchmal, ob der ganze Aufwand überhaupt gerechtfertigt ist“, sagt Isabell Dähne.

Das größte Kompliment kommt von Clara Hässelbarth. Die 18-Jährige ist schon seit 2013 Cheerleaderin und schwärmt von ihrer Trainerin. „Sie gibt alles für den Verein, weshalb ihre Familie viele Abstriche machen muss. Sie glaubt immer an uns, motiviert alle und ist mit viel Liebe dabei. Ich kann mir keine bessere Trainerin vorstellen“, lobt sie und bringt das nicht alltägliche Engagement ihre Trainerin auf den Punkt.

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