Hybrid heißt die Herausforderung an den Hochschulen in Gera

Gera.  Die Hochschulen in Gera lehren derzeit nach einem ausgeklügelten Mischmodell

Nach einem ausgeklügelten System und unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln gibt es an der Dualen Hochschule Gera Eisenach Präsenzvorlesungen und Seminare. Angelique Arndt studiert in Gera im 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen.

Nach einem ausgeklügelten System und unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln gibt es an der Dualen Hochschule Gera Eisenach Präsenzvorlesungen und Seminare. Angelique Arndt studiert in Gera im 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen.

Foto: Peter Michaelis

„Hybrid“ heißt das Studienmodell, das die zwei Hochschulen seit dem Wintersemester in der Coronapandemie praktizieren. Es ist eine ausgeklügelte, aufwendig organisierte Mischform, die den Studierenden sowohl Präsenz- als auch Onlineveranstaltungen ermöglicht.

„Unser Wintersemester hat am 31. August begonnen. Seitdem sind wir damit befasst, optimal den Lehrbetrieb zu organisieren“, berichtet der Präsident der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, Burkhard Utecht.

Hybrid heißt am Tinzer Campus: Einige Lehrveranstaltungen sind rein online, andere rein in Präsenz. Letzteres betrifft vorrangig jene Module, bei denen die Gruppengrößen für die Räume mit Abstandsregeln passen. Ansonsten werden die Kurse in Gruppen aufgeteilt. „Wir haben das für jeden Raum generalstabsmäßig durchgeplant“, betont Utecht. Wobei er weiß, dass die Hochschule auch schon ohne Corona ein ernsthaftes räumliches Problem am hiesigen Standort hatte und sich deshalb baulich erweitert.

So gibt es derzeit nur drei Räumlichkeiten, die mehr als 30 Personen unter Abstandsregelungen fassen. „Es gibt aber allein 14 Kurse, die jeweils mehr als 30 Leute haben. Das hat zur Konsequenz, dass wir massive Maßnahmen ergreifen müssen, um das hinzubekommen“, verdeutlicht der Präsident. In einen Raum, wo normalerweise 35 Personen Platz finden, dürfen Coronabedingt nur noch elf. In einen Hörsaal wie den Audimax mit rund 160 Plätzen bekommen die Tinzer mit Abstand höchstens 43 Personen. So ist auch das Zeitfenster von Lehrveranstaltungen ausgedehnt worden – auf 8 Uhr bis 20.30 Uhr. Selbst Samstagstermine sind keine Seltenheit.

Für die Online-Lehre sind Videos, Podcast und dergleichen auf der Tagesordnung. Mittlerweile seien sämtliche Räume mit Kamera und Mikro aufgerüstet. Studierende von außen könnten sich zuschalten. „Virtuelle Raumerweiterung“ nennen es die Tinzer. Allerdings, schränkt der Präsident ein, sei es illusorisch, auf diese Weise die Qualität einer Lehrveranstaltung vor Ort zu einhundert Prozent simulieren zu können. „Wir merken auch, dass die studentische Aktivität, wenn sie nicht aus dem Hörsaal kommt, etwas geringer ist. Aber all das ist immer noch besser als gar nichts zu haben“, resümiert Burkhard Utecht.

Bei allem muss die Duale Hochschule ihrer Besonderheit gerecht werden, dass die Studierenden Ausbildungsverträge mit Praxispartnern haben und gesetzlich verpflichtet sind, nach dem Studienplan zu studieren. „Wir müssen dafür sorgen, dass wir dies gut hinbekommen“, weiß der Präsident und ist zuversichtlich, dass es weiter klappt.

SRH-Hochschule auch mit Hybrid

Die SRH-Hochschule für Gesundheit bestritt ihr Sommersemester komplett online. „Wir haben schon rechtzeitig für das Wintersemester, das am 1. Oktober begann, überlegt, welche Modelle wir fahren“, berichtet Sabrina Simchen-Schubert, Leiterin Hochschulentwicklung und Prokuristin. Die Hochschule favorisiert ebenso das Hybridmodell mit einer angepassten Präsenz, die je nach Studiengang in unterschiedlicher Form stattfindet. Zum Beispiel lernt ein Teil der jeweiligen Studiengruppe im Seminarraum auf Abstand, während sich der andere Teil online zuschaltet. Wochenweise wird gewechselt. „Das ist anspruchsvoll, funktioniert bei Vorlesungen gut, ist aber bei Gruppenarbeit nicht immer einfach“, schätzt Simchen-Schubert ein. Vorrangig bei den berufsbegleitenden Studiengängen am Wochenende sind alle Gruppen zeitlich entzerrt im Haus.

Die Räume wurden mit zwei verschiedenen Videokonferenzsystemen ausgestattet. Alle seien letztlich darauf vorbereitet, dass immer wieder der Moment kommen könne, wo wieder online gelehrt werden muss, betont Simchen-Schubert. Ausgesetzt hat die SRH-Hochschule die Anwesenheitspflicht. Studierende aus Risiko-Gebieten oder von Risikogruppen müssen nicht unbedingt im Hörsaal sitzen. Simchen-Schuberts Fazit: „Die Studenten halten sich an die Hygienekonzepte. Die Rückmeldungen für den Online-Unterricht sind positiv.“