Jugendliche könnten mehr Angebote in Gera-Lusan annehmen

Gera.  Stadtteilmanager in Gera-Lusan wünschte sich mehr Interesse junger Leute.

Ingo Frank ist seit April 2018 Stadtteilmanager im Stadtteilbüro Gera-Lusan.

Ingo Frank ist seit April 2018 Stadtteilmanager im Stadtteilbüro Gera-Lusan.

Foto: Ilona Berger

Virtuell und über die sozialen Medien war der Kontakt zum Stadtteilbüro in Gera-Lusan gegeben. Nur persönlich konnten die Bürger Ingo Frank nicht begegnen. Wie alle öffentlichen Einrichtungen musste auch diese von Mitte März bis 3. Mai wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen bleiben. „Das Telefon klingelte dennoch“, sagt der Stadtteilmanager. „Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.“

„Die meisten Anrufer fragten nach, ob Sport- und Bildungskurse oder Verkehrsteilnehmerschulungen stattfinden. Viele erkundigten sich nach Öffnungszeiten der Bibliothek bei uns im Haus. Ich sah mich als Vermittler, wichtige Informationen weiterzugeben. Erst recht, als die Verwaltung ihre Hotline eingerichtet hatte.“ Täglich erreichten Ingo Frank um die zehn Anrufe. Jetzt, da das öffentliche Leben wieder hochgefahren wird, sei es auch nicht anders. Momentan finden wenige Bürger den Weg in die Werner-Petzold-Straße 10.

Im April 2018 begann Ingo Falk, der auf einen Masterabschluss für Stadt- und Raumplanung verweisen kann, seine Arbeit im größten Ortsteil von Gera. Über 22.600 Bürger leben hier. Das Durchschnittsalter ist knapp 52 Jahre. „Es ist ein sehr grüner Stadtteil und attraktiv für Familien und Senioren. Hier gibt es ein enges Netz an Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Apotheken“, zählt der 44-jährige die Vorzüge auf. Allerdings gäbe es noch viel zu tun. „Spielplätze in Trägerschaft der Wohnungsbaugesellschaften sind in Schuss, andere nicht. Bürger bemängeln schon lange kaputte Fußwegplatten unter anderem in der Schleizer Straße. Kleinigkeiten, die in der Summe das Lebenswerte beeinträchtigen.“ Vor allem ärgern sich die Lusaner über das leere Plzen-Center und die einstige Kaufhalle am Eingang des Stadtteils, die nun verfällt. Der Fokus der Stadt sei zu sehr aufs Zentrum konzentriert, meint Ingo Falk.

Putzaktion wird nachgeholt

Das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ stellt Lusan einen Aktionsfonds bereit. So konnte zum Beispiel die Neugestaltung des Fußgängertunnels Laune bewerkstelligt werden. Es gab literarische Lesungen, ein Sommerfest, Kursangebote und vieles mehr. „Projekte, die angelaufen sind, stoppte Corona“, sagt Ingo Frank. „So die PC-Technik-Beratung, eine Wiederholung des Sommerfestes im Landschulheim in der Lobensteiner Straße war geplant. Der Graffiti-Workshop für Kinder 2020 stehe auf der Kippe.“ Ausgefallen ist der diesjährige Frühjahrsputz. Er soll im Herbst nachgeholt werden.

Frank musste oft einsehen, dass tolle Angebote nicht immer auf Interesse stoßen. „Jugendliche beklagen sich über zu wenige Freizeitmöglichkeiten. Vorhandene nehmen sie nicht an.“ Der Stadtteilmanager würde sich über junge Leute im Bürgergremium freuen. Alle acht Wochen trifft es sich. Angesprochen fühlen sich die Älteren. Das findet er schade. Gerade hier könnten die jungen Leute Vorschläge einbringen.

Seit Ingo Frank im Stadtteilbüros Lusan, das in Trägerschaft der Kindervereinigung e.V. Gera ist, klopfte noch kein Jugendlicher an seiner Bürotür. Aber der 44-Jährige lässt sich nicht entmutigen, knüpft weiter Netzwerke und ist die Verbindung zwischen Bewohner und städtischer Verwaltung.

Die Sprechzeiten des Stadtteilmanagers Ingo Frank sind Montag von 11 bis 13 Uhr und Donnerstag von 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr sowie nach Absprache. Telefon: 0365 / 204 228 54 oder per E-Mail stadtteilbuero.lusan@web.de