Kaffeerösterei-Tradition am Kornmarkt in Gera lebt fort

Gera.  Mit der Eröffnung des Mahlwerks vor fünf Jahren nahm auch die Wiederbelebung der gesamten Häuserzeile ihren Lauf.

Mahlwerk-Inhaber Marco Franze (links) und Wilson Tanto Ndzi beim Kaffee-Verkosten zur Geburtstagsfeier.

Mahlwerk-Inhaber Marco Franze (links) und Wilson Tanto Ndzi beim Kaffee-Verkosten zur Geburtstagsfeier.

Foto: Marcel Hilbert

„Ob es läuft oder nicht, haben mir Leute gesagt, das weiß man nach fünf Jahren.“ An diesen Satz kann sich Marco Franze noch gut erinnern. Genau fünf Jahre ist es her, dass er am Geraer Kornmarkt sein „Mahlwerk“ eröffnete. „Und ja, es läuft“, meint der Inhaber der „Kaffeerösterei mit Ausschank“, wie er sein kleines aber feines Geschäft selbst bezeichnet.

Der Verkauf von Kaffee war von Anfang an sein Hauptgeschäft, sagt er. So sei es auch geplant gewesen, allerdings hätte er vermutet, dass zumindest zu Beginn das Café noch einen höheren Stellenwert einnehmen werde. Zur Feier des Tages hatte sich Marco Franze mit Wilson Tanto Ndzi seinen längsten Handelspartner für direkt gehandelten Kaffee zur Verkostung eingeladen. Der lebt in Dresden und vermarktet von dort aus den Rohkaffee der Sorte Arabica, Varietät Java, den seine Eltern und rund 40 andere Farmer in seiner Heimatregion Nkambe in Kamerun anbauen. „Zwischen zehn und 15 Röstereien in Deutschland und Österreich beliefern wir damit, ohne Zwischenhandel“, sagt er. Das komme den dortigen Bauern und der Region zugute.

„Der Kaffee, den wir verkaufen, kommt aus Guatemala, El Salvador, Brasilien oder eben aus Kamerun oder Äthiopien“, sagt Marco Franze. Jeden Montag könne man ihm auch beim Rösten zuschauen, außerdem lädt er regelmäßig zu Sensorikkursen und Verkostungen ein. Wissen über Kaffee zu vermitteln ist ihm ebenso wichtig, wie ihn unter die Leute zu bringen.

Daneben ist das Mahlwerk belebendes Element für den Kornmarkt, nicht nur bei kleinen Kulturveranstaltungen wie der Präsentation des neuen Thüringer Grafikkalenders, dieses Mal im Rahmen der Geburtstagsfeier. Mit der Eröffnung der Kaffeerösterei vor fünf Jahren begann, dank seines Geschäftspartners und Freundes Thomas Laubert, auch die Wiederbelebung der gesamten Häuserzeile entlang der Jüdengasse bis zum Markt. Wiederbelebt wurde mit dem Mahlwerk, in dem Marco Franze inzwischen von einem Mitarbeiter unterstützt wird, auch eine kleine Tradition am Standort, denn unmittelbar im Nachbarhaus war vor Jahrzehnten die Kaffeerösterei Max Richter beheimatet.

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