Kindergarten am Geraer Wald-Klinikum nimmt (Blüten-)Form an

Gera  Am Mittwoch war Richtfest für den Neubau am Wald-Klinikum, in dem ab Frühjahr 2020 bis zu 100 Kinder Platz finden.

Jasmin, Tochter von Kathrin Pufe und Ronny Szengel, schaut sich beim Richtfest ihren neuen Kindergarten an.

Jasmin, Tochter von Kathrin Pufe und Ronny Szengel, schaut sich beim Richtfest ihren neuen Kindergarten an.

Foto: Peter Michaelis

Sie fiel auf unter den vielen Gästen, die kleine Familie von Kathrin Pufe. Ihre dreijährige Tochter Jasmin auf dem Arm von Papa Ronny Szengel schaute sich als jüngste Besucherin beim Richtfest am Mittwochvormittag an, wo sie ab Ende März, Anfang April 2020 in den Kindergarten geht.

Obwohl noch Rohbau, konnten sie und die anderen Besucher sich bereits einen guten Eindruck von den geschwungenen Räumlichkeiten des neu gebauten „Kindergartens am Wald-Klinikum“ holen. „Der Standort ist für uns gut erreichbar und es ist spannend, bei einem kompletten Neustart dabei zu sein“, sagt Kathrin Pufe, die in Frankenthal wohnt. Die zwischenzeitliche Unsicherheit um den Kindergarten im Ortsteil habe ebenso eine Rolle gespielt, sich für den nagelneuen Kindergarten anzumelden.

100 Kindergarten-Plätze sollen entstehen

Insgesamt 100 Kindergarten-Plätze sollen im neuen Haus am Klinikum entstehen, bei derzeit rund 300 fehlenden Plätzen in der gesamten Stand, wie ­Birgit Klemm sagt, ist die Freude der Fachdienstleiterin Kinder- und Jugendhilfe in der Stadtverwaltung über das Engagement des Bauherren SRH Wald-Klinikum Gera und des künftigen Trägers, der TSA Bildung und Soziales gGmbH aus Jena verständlich.

Mit diesem engagiert sich ein ganz neuer Kindergarten-Träger in der Stadt, der laut seines Geschäftsführers für Bildung und Soziales, Stephan Riese, aber bereits auf 26 Jahre Erfahrung in dem Bereich zurückblickt. Der Träger sei derzeit sowohl in der konzeptionellen als auch personellen Vorbereitung. Wie viel Personal zum Start gebraucht werde, hänge von der anfänglichen Kinderzahl ab, sagt Riese auf Nachfrage. Vorteil bei der Personalsuche sei sicher, dass die TSA eine eigene berufsbildende Schule in Jena betreibe. Für die künftige Leitung des „Kindergartens am Wald-Klinikum“ – dieser Name stehe übrigens fest – sei man kurz vor Vertragsunterzeichnung.

Es handelt sich nicht um einen „Betriebskindergarten“

Obwohl allein der SRH Konzern, ohne öffentliche Förderung, die etwa drei Millionen Euro in das von Planerin Maria Hoffmann gestaltete, blütenförmige Gebäude investiert, wird Wert darauf gelegt, dass es sich nicht um einen „Betriebskindergarten“ handelt. Er sei offen für alle, wenngleich man natürlich mit einem kliniknahen Kindergarten im Wettbewerb um Fachkräfte punkten und natürlich die Belegschaft davon profitieren könne.

Für ­Stephan Riese sind Kindergärten inzwischen ganz harte Standortfaktoren. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Vorteil fürs Klinikum, ein Abschmelzen der fehlenden Plätze als Vorteil für die Stadt – eine klassische Win-Win-Situation, sagte Werner Stalla, Geschäftsführer der SRH Kliniken GmbH, und Uwe Leder, Chef des Geraer Klinikums, betonte, dass es einem starken, wirtschaftlich gesunden Haus und dem gesamten Team zu verdanken sei, dieses Projekt schultern zu können. Noch dazu in hohem Tempo.

Vor einem Jahr habe es die Baugenehmigung gegeben, sagte Stalla. Er freue sich, in einem halben Jahr zur Eröffnung des Kindergartens wieder so viele Gäste wie zum Richtfest begrüßen zu dürfen.

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