Langenwetzendorfer Bürgermeister erklärt im Weidaer Stadtrat, woran das schnelle Internet lahmt

Weida  Auf die Landtags- und Bundestagsabgeordneten Druck machen beim Breitbandausbau

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Foto: Uli Deck

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Der Ball liegt beim Land, sagt Kai Dittmann (CDU). Hier muss laut dem Langenwetzendorfer Bürgermeister die Entscheidung getroffen werden, wann und wie es mit dem Breitbandausbau weitergeht. Und das bis spätestens 30. August, machte er im Weidaer Stadtrat klar, wo er zum Stand des Ausbaus für Teile Weidas, Berga und Mohlsdorf-Teichwolframsdorf unter der Projektleitung seiner Gemeinde informierte.

Am 30. August endet die verlängerte Bindefrist des von der Projektgruppe präferierten Angebotes. Zwei Anbieter hatten sich nach der Ausschreibung gemeldet, so Dittmann, der weit ausholte, um die über zwei Jahre dauernde „Odyssee“ verständlich zu machen. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden wurden für das Projektgebiet, das in Weida vor allem Ortsteile und die Gewerbegebiete an der Bundesstraße betrifft, die Gesamtkosten geschätzt. Ergebnis: Eine „Wirtschaftlichkeitslücke“ von 12 Millionen Euro. Das bedeute laut Dittmann, dass mit einem Zuschuss in dieser Höhe der Auftrag für Anbieter wirtschaftlich vertretbar sei.

Erste grobe Schätzungen der beiden Bieter lieferten eigene ermittelte Wirtschaftlichkeitslücken von acht beziehungsweise 14 Millionen Euro. Nach präziseren Berechnungen verteuerten sich beide Angebote schließlich um je sechs Millionen Euro. Mit einer Deckungslücke von nun 14 Millionen Euro überstieg nun auch das günstigere Angebot die laut Dittmann zugesicherten 12 Millionen Euro Fördermittel für den Ausbau.

Ungeduld der Bürger sei verständlich

Der Fördermittelgeber, der diesen Ausbau ja wolle, müsse nun Farbe bekennen hinsichtlich der Erhöhung der Fördermittel . Das Problem sei laut Dittmann nämlich, dass in den langen Phasen, in denen nichts passiert, neue Fakten geschaffen werden: Bürger, die verständlicherweise ungeduldig werden und sich auf eigene Faust ihre Zufahrt zu Datenautobahn sichern. Im schlechtesten Fall, so Dittmann, könne sich durch den Wegfall von Adressen der Leistungsumfang der ausgeschriebenen Arbeiten derart ändern, dass man die Ausschreibung aufheben muss. Und er ist sich sicher: Auch wenn der Umfang sinkt, durch ständig steigende Baupreise sei kein besseres Angebot zu erwarten. Zusammen mit der Verzögerung einer Neu-Ausschreibung entsteht ein Teufelskreis. „Es ist an uns, Druck zu machen auf die Landtags- und Bundestagsabgeordneten“, ermutigte Dittmann die Bürger.

Torsten Schwengber, betroffener Unternehmer im Gewerbegebiet „Nonnenfelder“, zweifelte am Druck, den einzelne Bürger entfalten könnten. „Der Druck muss von Kommune und Landkreis kommen“, sagte er. Eine Idee, die Stadtratsvorsitzender Ulrich Brendel (FWG) aufgriff und einen gemeinsamen Brief des Bürgermeisters und der Fraktionsspitzen anregte.

Konrad Zorn (Weidaer Umland), Steinsdorfer Ortsteilbürgermeister, fragte, was er den dortigen Bewohnern nun als Zeitplan mitbringen kann. Kai Dittmann machte klar, dass auch wenn wie erhofft 2019 der Vertrag steht, der Ausbau frühestens 2020 beginnt und in seinen Augen bestimmt drei Jahre dauern werde. „An uns“, machte er deutlich, „liegt es nicht.“

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