Mann aus Gera muss in Haft: Transporter angezündet

Gera.  Mit einer abstrusen Geschichte hat ein Angeklagter in Gera versucht, die Schuld von sich zu lenken. Das Schöffengericht glaubte ihm nicht.

Der 30-jährige Geraer sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Der 30-jährige Geraer sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

Foto: Tino Zippel

Das Amtsgericht Gera hat einen 30 Jahre alten Koch wegen versuchter Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt. Das Schöffengericht glaubte nicht der abstrusen Geschichte des Angeklagten.

Zwei Brände in nur einer Stunde

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen zwei Bränden in Gera-Debschwitz angeklagt. Dort standen am 2. Dezember 2019 Altkleidercontainer in Flammen. Nur 50 Minuten später soll der Angeklagte einen 50 Meter entfernt stehenden Transporter angezündet haben. Die schnell eintreffende Polizei löschte die brennende Stoßstange und nahm den Mann im Umfeld fest.

Der wegen Sachbeschädigung vorbestrafte Angeklagte bestritt beide Taten. Er sei auf dem Heimweg von einer Bekannten gewesen, die am Abend doch keine Lust hatte, mit ihm zu kochen. Er habe die Feuerwehr beim Löscheinsatz an den Containern gesehen und aus der Ferne beobachtet, weil er schon einmal wegen einer Brandstiftungsserie im Fokus der Ermittler stand.

Handyakku zu schwach, deshalb mit Feuerzeug unter Auto gesucht

Nach dem Abrücken der Feuerwehr habe er sich die Container aus der Nähe angeschaut und später auf dem Heimweg gemerkt, dass er seine gerade gekauften Zigaretten verloren hatte. „Zurück vor Ort habe ich unter dem Transporter gesucht. Weil mein Handyakku schon zu schwach war, habe ich auch das Feuerzeug genommen“, sagt der Sammler von Feuerzeugen. Angezündet habe er den Transporter dabei aber nicht. Was er nicht wusste: Zeugen aus dem Haus gegenüber beobachteten ihn beim Zündeln.

Staatsanwalt Axel Katzer beantragte ein Jahr und vier Monate Haft. Verteidiger Stephan Rittler plädierte auf Freispruch. Das Gericht unter Vorsitz von Siegfried Christ lastete dem Koch nur die versuchte Brandstiftung am Fahrzeug an. Zwar sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass er die Container entzündet habe, aber dafür gebe es keine Zeugen. Wegen der ungünstigen Kriminalprognose sei keine Aussetzung zur Bewährung möglich.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.