Sänger und Geiger Cat Henschelmann will Projekt „Jahresläufe“ beenden

Gera  Vielen Menschen fehlt sie immer mehr: die Musik. Mit ihr bestreitet Cat Henschelmann aus Gera seinen Lebensunterhalt. Eigentlich. Doch seit der Corona-Pandemie ist alles anders.

Musiker Cat Henschelmann

Musiker Cat Henschelmann

Absagen über Absagen im vergangenen Jahr. Nur ein einziger Vertrag hielt stand. „Ein Auftritt im August in der Meuschkensmüle“, sagt Henschelmann. Und bis jetzt steht für 2021 nur ein Termin im Kalender des Folk-Sängers und Geigers. Wieder im August. Der Geraer erhielt eine Einladung zu den Rhöner Highland Games in Birx.

„Seit 1997 bin ich freiberuflicher Musiker. So ein Chaos habe ich noch nie erlebt.“ Ihm, den anderen Künstlern und der Veranstaltungsbranche sei die Geschäftsbasis entzogen worden.

„Viel Eigeninitiative ist in diesen Zeiten gefragt. Als es möglich war, habe ich kurzfristig in Seniorenheimen in Jena und Erfurt kleine Konzerte gegeben.“ Eine 90-Jährige freute sich über feine Geburtstagsklänge im Wohnzimmer. Gern erinnert sich der Musiker an das Balkonkonzert in Gera-Lusan im April. Er hätte sich eine Nachauflage gewünscht.

Der Mann mit den zwei studierten Berufen, Ingenieur und Musiker, will seine CD-Reihe „Jahresläufe“ an ein besonderes Ende bringen. Winter, Sommer und Herbst sind längst erschienen. Es fehlt der Frühling. „Frühjahr 20/21“ wird der Abschluss heißen und eine DVD sein. „Darauf werde ich meinen Werdegang, meine Familie und meine Musik vorstellen.“ Cat Henschelmann mag die irischen und schottischen Klänge, die Rhythmen aus dem Balkan. In Bulgarien studierte er einst zwei Jahre.

Weitere Aufnahmen fanden vergangene Woche im Haus Schulenburg statt. Auf der DVD wird auch das selbst komponierte Stück „Im Fluss“ zu hören sein.

Angedacht ist eine Zusammenarbeit mit der musealen Einrichtung. Volker Kielstein, der die Villa 1996 erwarb, knüpfte den Kontakt zu dem Musiker.

„Musik ist mein Lebenselixier. Ich bin mit ihr aufgewachsen und habe in ihr meine Kraft gefunden“, sagt Cat Henschelmann. Ihn kennen die Konzertbesucher nur mit Tuch um den Kopf und barfuß. „Ich fühle mich dabei wohl.“