Nach Tod einer Vierjährigen in Gera: Letztes Geleit für kleine Langenbergerin

Gera-Langenberg  Das Mädchen, das vor wenigen Tagen bei einem tragischen Unglück im Geraer Ortsteil ums Leben kam, ist unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. Gegen einen Mann wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt

Große Anteilnahme bei der Beisetzung des Mädchens, das am 3. Januar bei einem tragischen Unglück auf einer Rodelwiese in Gera-Langenberg ums Leben kam.

Große Anteilnahme bei der Beisetzung des Mädchens, das am 3. Januar bei einem tragischen Unglück auf einer Rodelwiese in Gera-Langenberg ums Leben kam.

Foto: Peter Michaelis

Mit Blumen und Gebinden, Plüschtieren und entzündeten Kerzen, mit liebevollen Gedanken und ungezählten Tränen wurde am Donnerstag in Gera-Langenberg Abschied genommen von Daria. Neben der Trauergemeinde aus dem engsten Familien- und Freundeskreis gaben über 100 Menschen entlang der Langenberger Straße bis zum Friedhof letztes Geleit für das Mädchen, das vor wenigen Tagen mit nur vier Jahren bei einem tragischen Unglück auf einem verschneiten Feld im Geraer Ortsteil ihr Leben verlor.

Unter den Trauernden waren Freunde und Bekannte der Eltern, aber auch Menschen aus dem Stadtteil, die das Geschehene tief bewegte und immer noch bewegt. „Für Freunde muss man doch da sein“, meinte eine junge Frau mit einem Blumen-Gesteck in den Händen, es sei ihr ein Bedürfnis gewesen, Beistand zu leisten und Abschied zu nehmen. Sie kenne die Familie schon länger, habe selbst Kinder, wenn auch schon älter.

Pfarrer lobt ein Zusammenrücken trotz Abstand

Unter dem Glockenläuten der Langenberger Kirche setzte sich dort zur Mittagsstunde ein kleiner Trauerzug in Bewegung. Hinter dem Fahrzeug des Bestattungsunternehmens liefen die Besucher der kirchlichen Trauerfeier auf der Straße bis zum Friedhof. Im Anschluss an die Beisetzung durften dann auch die restlichen Trauernden mit dem derzeit nötigen Abstand persönlich am Grab Abschied nehmen. Das geschah voller Rücksicht, sagte der Langenberger Pfarrer Andreas Schaller, der den Trauer-Gottesdienst für das junge Gemeindeglied leitete. Er sprach von einem sehr emotionalen und würdevollen Abschied und davon, dass Langenberg trotz Abstand zusammengerückt sei.

Die Stelle, an der sich das Unglück am 3. Januar ereignete, hat sich indes in den zurückliegenden Tagen zu einer Stätte des Innehaltens und Gedenkens entwickelt, an der zahlreiche Blumen, Kerzen, Stofftiere und Abschiedsbriefe niedergelegt wurden. Hier hatte laut erster Erkenntnisse der Polizei ein 25-Jähriger aus einer Gruppe, zu der auch die Familie mit ihrer vierjährigen Tochter gehörte, bei einem Driftmanöver im Schnee die Kontrolle über sein Auto verloren und sei gegen ein dort stehendes Fahrzeug geprallt. Das auf dem Schlitten sitzende Mädchen sei dabei eingeklemmt und so schwer verletzt worden, dass es noch am Unglücksort verstarb.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Wie es von der Staatsanwaltschaft Gera auf Nachfrage hieß, werde „gegen den 25-jährigen Unfallverursacher wegen fahrlässiger Tötung ermittelt“. Die Ermittlungen laufen noch und sind noch weitestgehend am Anfang, erklärt Oberstaatsanwalt Thomas Riebel. Eine gerichtsmedizinische Begutachtung des Mädchens sei erfolgt. „Der genaue Tatablauf und dessen rechtliche Bewertung wird erst mit Abschluss der Ermittlungen seriös erfolgen können“, schreibt er und erklärt auf Nachfrage: „Ein Schuldvorwurf gegenüber den Eltern steht bislang nicht im Raum.“