Offene Geschäfte zum Sommeranfang in Gera

Gera.  Vier verkaufsoffene Sonntage darf es in diesem Jahr geben. Die Stadtverwaltung überlässt die Entscheidung Händlern und Gastronomen.

Nicht nur Weiberkram gibt es in der „Gestalterei“ von Christiane Staudte im Steinweg. Die Geschäftsinhaberin war am Dienstag eine von 21 Teilnehmenden beim Geraer Händlerstammtisch und gab Entscheidungshilfe.

Nicht nur Weiberkram gibt es in der „Gestalterei“ von Christiane Staudte im Steinweg. Die Geschäftsinhaberin war am Dienstag eine von 21 Teilnehmenden beim Geraer Händlerstammtisch und gab Entscheidungshilfe.

Foto: Peter Michaelis

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Töpfermarkt, Fête de la Musique, Fußball-Europameisterschaft oder 4. Oktober. Zum Schluss ging es am Dienstag noch um einen verkaufsoffenen Sonntag. Den festzulegen, taten sich die 21 anwesenden Einzelhändler und Gastronomen beim zweiten Händlerstammtisch in Gera etwas schwer.

Christiane Staudte von der Gestalterei im Steinweg gab letztlich Entscheidungshilfe. „Zur Fête de la Musique kommen Menschen sogar bis zu uns“, sagte sie und nannte sich selbst die Stimme aus der Oberstadt. Die Abstimmung sah schließlich die meisten Befürworter für den Sonntag, den 21. Juni, wenn der Verein für Musik die Fête de la Musique im Stadtzentrum veranstaltet. Skeptisch blieb Petra Schenderlein vom Spielzeugladen Vedes. „An dem Tag wollen die Leute Musik hören und nicht Beutel tragen“.

Die Termine für die verkaufsoffenen Sonntage stehen

Damit steht fest, wann die Stadt Gera die vier möglichen verkaufsoffenen Sonntage beantragen wird. Zum Autofrühling am 22. März, zum Sommeranfang, zum Höhlerfest am 6. September und zum Märchenmarkt am Nikolaustag, dem 6. Dezember. Auf die Tage im März und September hatten sich Innenstadthändler schon bei ihrem Treffen im Juli geeinigt, erinnerte Ines Wartenberg, Abteilungsleiterin Veranstaltungen und Märkte im Geraer Kulturamt.

Als sich zunächst keine Einigung für den Termin im Sommer finden ließ, fragte Andreas Lobert vom Schuhhaus: „Brauchen wir wirklich dieses vierte Datum? Ist es nicht viel wichtiger, dass alle Geschäfte an den verkaufsoffenen Sonntagen auch geöffnet haben?“ Das sei laut Wartenberg auch der Wunsch der Stadtverwaltung. „Denn wenn wir bis ins Vogtland und ins Altenburger Land plakatieren, wollen die Kunden nicht vor verschlossenen Türen stehen“, sagte sie. Zum Töpfermarkt im Vorjahr sei die Händlerresonanz eher gering gewesen.

Erstaunt reagierte Brit Heinig vom Tête à tête auf die Einigung in der Märchenmarktzeit. „Das haben wir noch nie hingekriegt, uns auf den zweiten Advent zu einigen“, sagte sie. Sie gehe davon aus, dass sich die Kunden am ersten Adventswochenende – bislang mit verkaufsoffenem Sonntag – einen Überblick verschaffen, ehe sie am zweiten in die Geschäfte gehen. Dass ebenfalls am 6. Dezember auch Jena und Erfurt zur Ladenöffnung nutzen werden, informierte Wartenberg, hegte aber die Hoffnung, dass sich die Geraer Händler etwas Kreatives einfallen lassen. Als Idee nannte sie Vorlese-Ecken in den Geschäften oder das Füllen von Nikolausstiefeln. Sebastian Seipelt vom Herrenausstatter in der Humboldtstraße regte an, über eine Tschu-Tschu-Bahn nachzudenken, die zu Stadtfesten durch Gera rollt.

Der Goldene Spatz im Schaufenster

Besprochen wurde außerdem, dass während des Kindermedienfestivals Goldener Spatz vom 24. bis 30 Mai diesmal mehr als sonst zu sehen sein soll, dass der Spatz sein Nest in Gera hat. Thomas Heinig erinnerte an den Bauhaus-Laternen-Umzug vom November und meinte, dass auch für den Spatz Kindergruppen angesprochen werden sollten, ob sie für die Schaufensterdekoration basteln. Wer das organisiert, wurde nicht festgelegt.

Neues Marktkonzept mit Markthändlern vorbereiten

Aufgefordert, in großer Runde anzusprechen, wo der Schuh drückt, hielten sich Gastronomen und Händler nicht zurück. Dass am letzten Märchenmarkt-Tag schon gegen 16 Uhr Anhänger auf den Markt gezogen wurden, ärgerte Bäckermeister Daniel Oeser. „Ich fand´s unmöglich“, sagte er. Auch Kevin Schulz vom Café Kanitz sprach an, dass auf dem Grünen Markt nicht immer die Öffnungszeiten eingehalten würden. Worauf sich Brit Heinig, zugleich Stadträtin von Für Gera, erkundigte, ob es nicht generell neue Konzepte für den Grünen Markt gebe. „Das ist bei uns Dauerthema“, versicherte Wartenberg und meinte damit sowohl die Händlerakquise als auch die Einhaltung der Marktordnung. Andreas Lobert gab zu bedenken, dass Gera mit vier Markttagen gut bedient sei. Kevin Schulz schlug schließlich vor, dass sich Markthändler, Einzelhändler und Gastronomen gemeinsam verständigen. „Jeder hat seine Perspektive“, ergänzte Ronny Grosser vom Bierhaus. Zu diesem Treffen soll es kommen.

Unverständnis gab es, dass schon am 27. Dezember die das Stadtzentrum schmückenden kleinen Fichten geshreddert wurden.

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