Pflegefamilie in Gera gibt Hündin Abby nach großem Kampf zurück

Gera  Abby ist seit wenigen Tagen zurück bei ihren Besitzern. Die Geraer Familie hatte ihre Pflegehündin liebgewonnen und hätte sie gern übernommen.

Die Hündin ist nun zurück bei ihrer ursprünglichen Familie. 

Die Hündin ist nun zurück bei ihrer ursprünglichen Familie. 

Foto: Marcel Hilbert

Alles Hoffen und Bangen half nichts. Für Silke und Mike Kirchhoff war der jüngste Freitag, der Dreizehnte, tatsächlich ein Tag tiefen Unglücks. Nachdem sie es lange hinausgezögert hatten, mussten sie an jenem Freitag im September ihre liebgewonnene Pflegehündin, die sie „Abby“ tauften und so gern übernommen hätten, im Geraer Tierheim abliefern.

Neun Monate hatten sie die Labrador-Mischlings-Dame in Pflege, die zuvor aus Tierschutzgründen ihren eigentlichen Besitzern von Amts wegen weggenommen und im Tierheim untergebracht wurde. Es sollte ausgerechnet die Langenberger die traurige Premiere, zumindest im Geraer Tierheim, treffen, dass ein Pflegetier in den Haushalt zurückkommen soll, aus dem es zuvor herausgenommen werden musste. Nachdem sich die Eigentümer, laut den Kirchhoffs inzwischen in einem anderen Bundesland lebend, gegenüber den Behörden offenbar rehabilitieren konnten, wurde im Juli der Pflegevertrag für Abby von der Stadt gekündigt. Ende August sollte die Hündin eigentlich schon zurückgegeben werden, doch die Kirchhoffs versuchten alles, einschließlich anwaltlicher Hilfe, um das zu verhindern. Erst, als sich Silke Kirchhoff sowohl von der Stadt Gera als auch von den Eigentümern mit Klagen konfrontiert gesehen habe, wie sie sagt, gab sie nach. „Die Stadt hatte im Vorfeld versucht, auf beiden Seiten zu vermitteln“, heißt es auf Nachfrage dazu aus dem Rathaus.

Letztlich sei das Tier an jenem Freitag um 13 Uhr im Tierheim abgegeben und noch am selben Tag um 15.45 Uhr von den Eigentümern abgeholt worden, teilt die Stadt mit. Ihren Kater, der ebenfalls in Pflege war, habe die Familie bereits am 27. August zurückbekommen.

Auch wenn es ihnen nie um Geld gegangen sei, wie Silke Kirchhoff sagt, seien die Kosten, auf denen sie nun sitzen bleiben, für sie Indiz dafür, dass man als Pflegefamilie zwar viele Pflichten, aber keine Rechte habe. Tatsächlich sehe der Pflegevertrag vor, „dass die laufenden Kosten für Pflege, Ernährung, Medikamente und Parasitenprophylaxe von der Pflegestelle übernommen werden“, erklärt die Stadt auf Nachfrage. Auf die Frage, ob aus dem konkreten Fall Schlussfolgerungen für die Ausgestaltung künftiger Pflegeverträge gezogen werden müssten, heißt es aus der Stadt: „Das Tierheim hat zahlreiche Pflegeverträge in der Vergangenheit abgeschlossen. Dies ist der erste Fall, bei dem es Probleme bei der Kündigung des Vertrages gab.“

Zum Beitrag vom 23. August

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