Richter mahnt Dealer: „Marihuana ist ein Nervengift“

Gera  Gerichtsbericht: Das Landgericht Gera verurteilt einen Mann zu einer Haftstrafe, zeigt ihm aber eine Chance auf.

Am Dienstag hat ein Prozess gegen einen 23 Jahre alten Mann aus Gera stattgefunden: Er hatte in über 50 Fällen mit Drogen gehandelt.

Am Dienstag hat ein Prozess gegen einen 23 Jahre alten Mann aus Gera stattgefunden: Er hatte in über 50 Fällen mit Drogen gehandelt.

Foto: Tino Zippel

Das Landgericht Gera hat am Dienstag einen Drogenhändler aus Gera zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in die Entziehungsanstalt eingewiesen. Er soll in über 50 Fällen mit Marihuana gedealt haben.

Besonders schwer wog der Vorwurf, dass er einer Minderjährigen nicht nur mehrfach die Drogen zum Eigenkonsum verkauft hat, sondern ihr auch größere Mengen zum Handel lieferte. Allerdings erkannte das Gericht auf mildernde Umstände, weil die Jugendliche schon zuvor tief in Betäubungsmittel­geschäfte verstrickt war.

Vor Gericht legte der 23-Jährige wie im Ermittlungsverfahren ein Geständnis ab, verriet aber seinen Hauptlieferanten nicht. Er habe vor zwei Jahren mit dem Handel begonnen, um seine Schulden von 4000 Euro zu begleichen. Er selbst nahm bereits seit der achten Klasse die Droge.

„Marihuana ist zwar eine sogenannte weiche Droge, hat aber bei Jugendlichen im Entwicklungsprozess enorm schädliche Folgen. Es ist ein Nervengift und macht die Leute unnötig blöd, sie vergeuden 10 bis 20 IQ-Punkte“, sagt der Vorsitzende Richter Uwe Tonndorf. Die Kammer spreche sich daher gegen die Legalisierung von Cannabis aus – es solle weiterhin nur Schwerstkranken als Schmerzmittel dienen.

Dem Angeklagten riet Tonndorf, die Chance im Entzug zu nutzen und sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Wenn er die Therapie erfolgreich bestreitet, kommt der Geraer in zwei Jahren auf freien Fuß. Der Angeklagte verzichtet auf Rechtsmittel, die Staatsanwaltschaft, die ein Jahr mehr Haft beantragt hatte, hält es sich noch offen.

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