Wort zum Sonntag

Sankt Martin

Der Martinstag ist im Kirchenjahr das Fest des heiligen Martin von Tours am 11. November.

Frank Hiddemann, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Marien Gera-Untermhaus

Frank Hiddemann, Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde St. Marien Gera-Untermhaus

Foto: Jana Huster

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„Das ist ein Schwert. Weißt du, was ein Schwert ist?“ Martin denkt lange nach. Die Kindergartenkinder sind amüsiert. „Weißt du, was man mit einem Schwert macht?“, fragt der Vater. Martin versucht es mit: „Käse schneiden?“ Die Kindergartenkinder lachen. Nun werden sie selbst gefragt. „Wisst ihr, was man mit einem Schwert macht?“ - „Kämpfen!“, rufen sie im Chor. Unser Gemeindepädagoge hat sich eine kleine Szene ausgedacht, in der St. Martin als Kind vorkommt. Sein Vater will ihm erklären, dass er Soldat werden soll wie sein Vater und der Großvater auch. Aber Martin stellt sich dumm an. Er will kein Soldat werden. Er will nicht kämpfen. Er will Menschen helfen. Und doch musste er Soldat werden. Und gerade an ihn erinnern sich unsere Gemeinden, wenn sie in diesen Tagen das Martinsspiel aufführen.

Ein Soldat, der seinen Mantel teilt, weil ein Bettler friert. Ein Soldat, der seine Unberührbarkeit aufgibt, weil er helfen will. Auf den Marktplätzen und in den Kirchen spielen Kinder und Jugendliche die Geschichte nach. Und dann gehen sie mit Laternen durch die Straßen und Dörfer. Sie tragen ein Licht durch die Dunkelheit. Dafür ist der November ein guter Monat, denn es ist dunkel und nass. Die Kinder wissen alle, wie kämpfen geht - besonders die kleinen Jungen. Aber hier erfahren sie, wie Frieden geht - indem man teilt.

Pfarrer Frank Hiddemann

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