Staubexpeditionen auf Burg Posterstein

Posterstein/Köln  Ausstellung im Museum ist Anlass für Aktionswoche. Metropolkino Gera und Altenburger Schloss mit dabei

Der Kölner Staubkünstler Wolfgang Stöcker zeigt eines seiner Postersteiner Staubhäuser.

Der Kölner Staubkünstler Wolfgang Stöcker zeigt eines seiner Postersteiner Staubhäuser.

Foto: Wolfgang Stöcker

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Das Kölner Kulturkollektiv Die Herbergsmütter von Anke von Heyl, Ute Vogel und Wibke Ladwig nimmt die aktuelle Postersteiner Ausstellung „Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ mit Kunst von Wolfgang Stöcker zum Anlass für eine Aktionswoche.

Unter dem Schlagwort Staubrausch erscheinen in dieser Woche mehrere Artikel im Internet als Blogpost zum Thema Staub und Kunst. Jeder kann mitmachenund vielleicht sogar zum Staubscout werden. Den krönenden Abschluss der Woche bildet eine geführte Staubexpedition in Köln.

Thüringer Stäube auf dem Weg nach Köln

Diese Woche beschreibt Wibke Ladwig so: „Wir erklären diese Woche kurzerhand zur Aktionswoche, die am 13. Juli in einer Staubexpedition in Köln gipfelt. Wolfgang Stöcker wird mit uns und einer kleinen Abordnung im Raum 13 im einstigen Industriekomplex der Klöckner-Humboldt-Deutz AG Räumen, Zeiten und Stäuben nachgehen. Wir werden Staub entnehmen und ihn zu einem späteren Zeitpunkt bei einem Staubtausch gegen Staub von einem Ort auf der anderen Rheinseite eintauschen. Nichts geht verloren, das Gleichgewicht bleibt gewahrt.“

Auch auf Twitter und Instagram soll Staub aufgewirbelt werden. Wer Lust hat, ist herzlich eingeladen, eigene Staubentnahmen und Putzaktionen zu dokumentieren und an das Internationale Staubarchiv Wolfgang Stöckers nach Köln zu senden.

Dieser Aufforderung sind bereits einige Thüringer Kultureinrichtungen nachgekommen. Das Residenzschloss Altenburg sendete kürzlich eine Probe „Musikstaub“ aus der sehenswerten Trostorgel in der Schlosskirche an das Internationale Staubarchiv.

Diese Woche geht eine Probe mit möglicherweise 100 Jahre altem Kinostaub aus dem Metropol Gera in die Post. Entnommen wurde die Probe von den großen Buchstaben des historischen Schriftzugs, der früher an der Kinofassade angebracht war.

Hinter der Staubkunst Wolfgang Stöckers, der sich von Kunstgrößen wie Joseph Beuys inspiriert sieht, steht eine tiefere Philosophie. „Zivilisation und Schmutz bedingen sich gegenseitig. Dass letztlich wahrscheinlich wirklich alles zerkrümeln und verfallen wird, ist ohne Belang. Jeder Moment ist ein totales Erlebnis des Seins“, schreibt er in einem Beitrag im Blog der Herbergsmütter.

Auf Burg Posterstein ­gesammelten Staub und Gesteinsreste verarbeitete der Kölner Künstler zu einzigartigen Skulpturen und Collagen, die noch bis 18. ­August in der Sonderausstellung „Zum Wesen des Staubes“ auf Burg Posterstein zu sehen sind. Am 18. August, 15 Uhr, liest er auf unterhaltsame und zum Nachdenken anregende Weise aus dem Buch zur Ausstellung.

Staub als grundsätzliches Material

„Staub ist ein grundsätzliches Material. Der interessante Stoff bedeutet Anfang und Ende. Zu Beginn war alles loser Sternenstaub, dann geschah eine Verdichtung hin zu mannigfachen Formen, die seither ständig entstehen und wieder zu Staub zerfallen.“, sagt Wolfgang Stöcker. Der Gründer des Deutschen Staubarchivs – 2019 umbenannt in Internationales Staubarchiv – ging 2017 und 2018 in der Burg Posterstein auf Staubexpedition.

Seine Fundstücke dokumentierte er sorgfältig und goss sie anschließend in turm- und hausartige Wachsobjekte ein, vermalte sie und archivierte sie in Folien. Das Museum will diesen Mikrokosmos der Burg Posterstein in Ausstellung und Buch sichtbar machen.

Weitere Information zur Aktionswoche #Staubrausch gibt es hier: unter www.herbergsmuetter.de/im-staubrausch oder unter www.herbergsmuetter.de/staub-ist-zivilisation-das-internationale-staubarchiv

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