Meine Woche

Unter Druck

Sylvia Eigenrauch über einen Deal und eine Lehre.

Sylvia Eigenrauch

Sylvia Eigenrauch

Foto: Peter Michaelis

Nun ist Geras Rathausspitze doppelt unter Druck. Das Versprechen, nur wieder als OB antreten zu wollen, wenn im Horten neues Leben eingezogen ist, ist mehr als zwei Jahre alt. Die dafür mit Hilfe von Bundestagsabgeordneten reservierten Gelder müssen bis zum Jahresende sinnvoll verplant sein. Also präsentiert sich die Stadtverwaltung dem privaten Eigentümer selbst als künftiger Mieter. Wobei es auch schon einmal hieß, dass die Landesentwicklungsgesellschaft nach der Sanierung das Horten kauft. Trotzdem hat das Ganze ein Geschmäckle. Klar wollen die Geraer das seit 2003 leerstehende Kaufhaus nicht ganz sterben sehen. Doch dass sich der Oberbürgermeister bei seinem Wahlkampfhelfer mit dem Einzug eines oder mehrerer Dezernate bedankt, kann für sie auch nicht legitim sein.

Still geworden ist es um den in einem anderen Wahlkampf von seinem Freund Wolfgang Tiefensee vorgeschlagenen Einzug einer Außenstelle der Dualen Hochschule Gera auf der Sorge. Vor der Landtagswahl vorigen Herbst war der SPD-Mann noch der Meinung, dass dort berufsbegleitend IT-Experten für die Landesverwaltung geschult werden sollen. Diese Woche stärkte die Geraer SPD mit ihrer Aussage, das Horten vor der Neuen Mitte zu entwickeln, der Stadtverwaltung den Rücken und betonte die oft weggeredete Konkurrenz beider Innenstadtstandorte. Ich vermute es kommt wie so oft. Fristen werden ausgereizt und es passiert lange nichts. Das beste Beispiel? Die Straßenbahnbeschaffung.

Passieren wird dagegen etwas in Untermhaus. Das lehrt das Chaos aus dem Frühsommer. Was Montag im Bildungsausschuss noch vage war, ist seit Dienstag amtlich. Die Schulleitung der Dix-Grundschule schafft im Sommer 2021 die Voraussetzung, dass alle 74 Schulanfänger, die im Stadtteil leben auch dort zur Schule gehen können. Dass diese Garantie auf Dauer besteht, ist damit nicht gesagt. Hier muss der Schulnetzplan die Weichen stellen.

Schönes Wochenende!