Vor 40 Jahren erste Herzschrittmacher-OP in Gera

Gera.  Der Eingriff ist inzwischen Routine am SRH Wald-Klinikum.

Inzwischen werden in der Klinik von Chefarzt Martin Winterhalter jährlich rund 300 Herzschrittmacher implantiert. 

Inzwischen werden in der Klinik von Chefarzt Martin Winterhalter jährlich rund 300 Herzschrittmacher implantiert. 

Foto: SRH Wald-Klinikum Gera

Menschen mit zu langsamen Herzschlägen hatten in Gera vor 1980 schlechte Karten. Eine Unterbrechung der elektrischen Impulse im Herz endete oft tödlich.

Vor 40 Jahren, im Januar 1980, wagte der Kardiologe Georg Bernhardt gemeinsam mit Chirurgen des Geraer Klinikums erstmalig eine Herzschrittmacher-Operation. Das damalige Bezirkskrankenhaus gehörte zu einer der wenigen Einrichtungen in der DDR, die diese Operation durchführten.

Der weltweit erste vollständig im Körper befindliche Herzschrittmacher wurde am 8. Oktober 1958 in Stockholm eingesetzt. Ein Prototyp, bei dem die elektronischen Bauelemente noch in einer Schuhcremedose mit Epoxidharz vergossen wurden. Trotzdem profitierte dieser erste Herzschrittmacherpatient von dem Eingriff und starb erst rund 30 Jahre später.

In der DDR wurde die erste Herzschrittmacher-OP im Oktober 1963 in der Charité Berlin bei einer 54-jährigen Frau durchgeführt, in der BRD geschah dies im Oktober 1961 in Düsseldorf bei einem 19-jährigen Patienten.

1000. OP 1995 in Gera

Nach der ersten erfolgreichen Herzschrittmacher-Operation in Gera wurden in den folgenden Jahren rund 70 Geräte pro Jahr eingesetzt, berichtet Kardiologe Marc-Alexander Ohlow. 1995 konnte bereits die 1000. Herzschrittmacher-OP gefeiert werden. Durch das breitere Spektrum, in dem die heutigen Geräte einsetzbar sind, ist die Zahl der jährlich eingesetzten Herzschrittmacher auf rund 300 gestiegen – seit 1980 sind es insgesamt mehr als 6500 Operationen.

Die Eingriffe stellen heute für das erfahrene Kardiologie-Team Routineoperationen dar, die im optimalen Fall nach 30 Minuten beendet sein können, schildert Marc-Alexander Ohlow. Die Geräte können heutzutage im Mittel acht Jahre lang getragen werden, bevor die Batterie gewechselt werden muss. Zudem passen sich moderne Geräte der körperlichen Aktivität des Patienten an und können in geeigneten Fällen ein geschwächtes Herz stärken und mittlerweile auch technisch aus der Ferne überwacht werden.