Wünschendorfer Bildhauer gestaltet Maskenmenschen seit den 80er Jahren

Wünschendorf  Atelierbesuch bei Volkmar Kühn und Marita Kühn-Leihbecher im Kloster Mildenfurth in Wünschendorf

Volkmar Kühn und Marita Kühn-Leihbecher aus Wünschendorf.

Volkmar Kühn und Marita Kühn-Leihbecher aus Wünschendorf.

Foto: Christiane Kneisel

Fast jeden Tag sind der Bildhauer Volkmar Kühn und die Grafikerin Marita Kühn-Leihbecher in der Werkstatt und im Atelier ihres Hauses am Kloster Mildenfurth anzutreffen. „Das ist das Schöne inmitten der Pandemie – solange man körperlich und geistig fit ist, kann man als Künstler arbeiten“, sagt Marita Kühn-Leihbecher. Produktivität ist für das Paar zugleich der Kraftquell, von dem es in dieser Zeit zehrt. Schließlich ist jener andere – der Austausch und persönliche Kontakt mit Kunstfreunden und Kollegen – coronabedingt versiegt.

Artthuer musste ausfallen

Für die Kunstmesse 2020 in Erfurt hatten die Kühns sorgfältig Plastiken und Grafiken vorbereitet, ausgewählt, verpackt. Beide waren voller Vorfreude über den Höhepunkt im mageren Ausstellungsjahr. „Die Artthuer musste dann doch in letzter Minute abgesagt werden, obwohl sich die Organisatoren des Thüringer Verbandes der bildenden Künstler sehr bemüht und die Messe bis ins Detail durchgeplant hatten. Sehr schade“, bedauert Volkmar Kühn, für den auch ein seit Jahren angedachtes Ausstellungsprojekt im bayerischen Nördlingen wieder in die Ferne gerückt ist.

Maskenmenschen seit Ende der 80er Jahre

Gerade für die Artthuer hatte Volkmar Kühn Werke zum Thema Maske in den Fokus genommen. Überhaupt: Nie im Leben hätte der Bildhauer gedacht, dass seine Maskenmenschen derartige Brisanz erlangen würden – wenngleich auf andere Art. Denn diesem Thema widmet sich der Bildhauer seit Ende der 80er Jahre. „Mich interessierten und faszinierten Masken schon immer. Auch, weil sich durch sie nur schwer die Physiognomie des Gegenübers deuten lässt.“ Für die Kunstmesse vor zwei Jahren schuf der Künstler zum Beispiel ein Maskenmenschen-Duo. Titel: „Wer bist du?“

Hoffen auf die Buga

Nun hofft das Künstlerpaar auf die Buga. Volkmar Kühns Großplastiken sollen den Erfurter Petersberg beleben, während Plakate und Fotoarbeiten seiner Werke sowie Collagen und Handgeschöpftes von seiner Frau im Haus Dacheröden gezeigt werden. „Das wäre perfekt“, schwärmen die Kühns und wünschen sich sehnlich, dass dieses Buga-Begleitprojekt stattfinden kann, um die Seele und das Herz vieler Menschen zu bewegen.