50 Jahre Abriss der Jenaer Innenstadt: Eichplatz und Rinne einst und heute

Jena  Breit war die Resonanz auf unsere Veröffentlichung am Donnerstag über den Abriss der westlichen Innenstadt von Jena, der vor genau 50 Jahren erfolgte. Dass damals jener verbliebene Rest des 1945 zerbombten Stadtzentrums auch noch einfach weggerissen wurde, nur um Platz für den Neubau des ursprünglich für das Kombinat Carl Zeiss Jena bestimmten Hochhauses zu schaffen, bewegt noch heute viele Menschen.

Ungefähr der gleich Standpunkt des Fotografen wie beim kleinen Bild, aber eben heute: Anstelle der westlichen Häuserzeile stehen nun die Neue Mitte und der Jentower.

Ungefähr der gleich Standpunkt des Fotografen wie beim kleinen Bild, aber eben heute: Anstelle der westlichen Häuserzeile stehen nun die Neue Mitte und der Jentower.

Foto: Michael Groß

Breit war die Resonanz auf unsere Veröffentlichung am Donnerstag über den Abriss der westlichen Innenstadt von Jena, der vor genau 50 Jahren erfolgte.

Dass damals jener verbliebene Rest des 1945 zerbombten Stadtzentrums auch noch einfach weggerissen wurde, nur um Platz für den Neubau des ursprünglich für das Kombinat Carl Zeiss Jena bestimmten Hochhauses zu schaffen, bewegt noch heute viele Menschen. Vor alle diejenigen, die diesen Einschnitt damals selbst mit erlebt haben und für die jenes Stadtviertel zum vertrauten Gesicht von Jena gehörte.

Doch es gibt auch viele Jenaer, die jünger sind und sich nicht vorstellen können, wo sich da eigentlich was befunden hat. Deshalb hat unsere Redaktion heute einmal zwei Stellen ausgewählt, wo sich ein fotografischer Vergleich von damals zu heute gut nachvollziehen lässt.

So zum Beispiel das Viertel zwischen Johannistor und Kollegiengasse. Das linke obere Bild zeigt den Blick auf die westliche Häuserfront des historischen Eichplatzes. Dahinter ist gut das alte Forschungshochhaus vom Kombinat Carl Zeiss zu sehen, heute City Center oder auch B 59 genannt. Hier erkennt man deutlich, dass an ziemlich genau dieser Stelle inzwischen der 1972 vollendete Uniturm, heute Jentower, entstanden ist. In der alten Häuserzeile am früheren Eichplatz befanden sich bis 1969 links an der Ecke zur Leutrastraße das stets gut besuchte Schreibwarengeschäft Kästner, in der Mitte der Zubehör-Laden für Kraftfahrzeuge und rechts an der Ecke zur Johannisstraße ein Geschäft für Modewaren.

Das untere Bilderpaar lenkt den Blick von Westen gen Osten auf die Rinne, also jene Gasse, die Leutrastraße und Kollegiengasse verband und bis zur Bombenzerstörung 1945 auch noch durch eine Häuserzeile davor verdeckt war. Hier befanden sich unter anderem das Optikergeschäft Röher, ein Süßwarenladen und auch ein Molkereigeschäft. Davor gab es einen kleinen Parkplatz. Heute führt hier der Leutragraben entlang, und anstelle der alten Gebäude entstand das Einkaufszentrum Neue Mitte, nachdem der alte Sockel des Uniturms in den 1990er Jahren weichen musste.

Man sieht, es hat sich viel verändert. Unser Redaktion wird versuchen, weitere solche Bilderpaare zu veröffentlichen. Dabei soll es nicht darum gehen, zu zeigen, dass es vielleicht damals schöner war als heute oder auch umgekehrt. Vielmehr sollen einfach der Blick auf das einstmalige Jena und die Erinnerung daran nicht in Vergessenheit geraten. Ein Stück noch junge Stadtgeschichte.

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