Abschied des Finanzamts aus Jena nicht ausgeschlossen

Jena.  Markterkundungsverfahren: Land sucht für das Finanzamt Jena ein neues Domizil – auch in Weimar und Apolda.

Mit einem sogenannten Markterkundungsverfahren sucht das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr neue Räume für das Finanzamt Jena. Nicht ausgeschlossen ist ein Umzug nach Weimar und Apolda. 

Mit einem sogenannten Markterkundungsverfahren sucht das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr neue Räume für das Finanzamt Jena. Nicht ausgeschlossen ist ein Umzug nach Weimar und Apolda. 

Foto: Thorsten Büker

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Mit einem sogenannten Markterkundungsverfahren startet der Freistaat die Suche nach neuen Räumen für das Finanzamt Jena. Und weil auch in Weimar und Apolda potenzielle Vermieter angesprochen werden, ist theoretisch ein Abschied vom Leutragraben 8 nicht ausgeschlossen.

„Da die Festmietzeit in 2021 abläuft, muss die künftige Unterbringung bis dahin geregelt werden. Aus wirtschaftlichen Gründen ist auch eine Unterbringung in anderen Gebäuden zu prüfen“, sagt der Sprecher des Finanzministeriums, Uwe Büchner, auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Eckdaten für das neue Domizil sind vom Landesamt für Bau und Verkehr klar umrissen worden: Es werde ein Objekt mit einer Hauptnutzfläche von 7363,25 Quadratmetern sowie 9 Pkw-Stellplätzen gesucht. „Das Mietobjekt soll im Stadtgebiet von Jena, Weimar oder Apolda gelegen sein und über eine gute Anbindung an das Straßenverkehrsnetz sowie den ÖPNV verfügen“, heißt es unter anderem.

Seit 1999 ist das Finanzamt Jena im Leutragraben 8 untergebracht. Heute seien hier 415 Frauen und Männer inklusive Anwärter beschäftigt. Insgesamt werde eine Mietfläche von 8900 Quadratmetern genutzt. Aus Vertraulichkeitsgründen wollte Büchner keine Angaben über die Höhe der Miete machen.

Dass der Freistaat auch in Apolda und Weimar auf die Suche geht, ist offenbar der Not geschuldet. „Da ein Markterkundungsverfahren im Jahr 2014, das sich allein auf das Stadtgebiet Jena bezogen hat, zu keinen weiteren Anbietern geführt hat, wird nunmehr die Möglichkeit der Unterbringung auch an anderen Standorten geprüft. Darüber hinaus sind unter anderem die aktuellen Anforderungen an die Gebäude- und IT-Sicherheit zu berücksichtigen“, sagt Büchner.

Dass Büchners Einschätzung stimmt, bestätigt auch die Wirtschaftsförderung der Stadt. „Bei einem Leerstand von 1,8 Prozent bei den Büroflächen ist es eine sportliche Herausforderung, ein geeignetes Objekt mit einer Nutzfläche von 7400 Quadratmetern zu finden“, sagt die Leiterin des Standortmarketings der Wirtschaftsförderung, Marina Flämig. So sei die größte verfügbare Bürofläche in Jena derzeit im B34 in der Otto-Schott-Straße 41 zu finden. Mit 2500 Quadratmetern liegt das Angebot – übrigens zu einem Quadratmeterpreis von 9,90 Euro – deutlich unter den Anforderungen des Landesamtes.

Jena beheimatet bislang eines von zwölf Finanzämtern im Freistaat. Dass das Land ausgerechnet auch in Weimar nach einem Vermieter sucht, weckt Erinnerungen: Noch 1999 hatte das Land zwölf Millionen Mark in ein modernes Finanzamt in der Jenaer Straße in Weimar investiert, das in seinen besten Zeiten 135 Mitarbeiter beschäftigte. Zehn von ihnen blieben in der Klassikerstadt, nachdem das Finanzamt Weimar 2006 nach Jena eingliedert worden war. Zuletzt waren aber nur noch drei Mitarbeiter beschäftigt. Das endgültige Aus für die Servicestelle dort kam dann im Jahr 2015.

Das Mietverhältnis für das neue Domizil soll jedenfalls am 1. Mai 2021 beginnen und über fünf Jahre fest abgeschlossen werden.

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