Altstadtfest steht in Jena vor der Tür. Wie geht‘s weiter mit Festen im Zentrum?

Jena  Die Zukunft des Rummels in der Stadt ist trotz geplanter Eichplatz-Bebauung nicht abgehakt. Das gab am Montag vor dem am Freitag beginnenden Altstadtfest Jenakultur-Vize-Chef Carsten Müller zu verstehen.

Eines der zurückliegenden Altstadtfeste zu späterer Stund‘.

Eines der zurückliegenden Altstadtfeste zu späterer Stund‘.

Foto: Jürgen Hohmut, zeitort.de

Die Zukunft des Rummels in der Stadt ist trotz geplanter Eichplatz-Bebauung nicht abgehakt. Das gab am Montag vor dem am Freitag beginnenden Altstadtfest Jenakultur-Vize-Chef Carsten Müller zu verstehen. „Wir hoffen, dass es den Rummel noch sehr lange gibt. – An welchen Orten, das ist noch in der Diskussion“, sagte Müller, der beim städtischen Kultur-Eigenbetrieb für Veranstaltungen, Stadtmarketing und Tourismus verantwortlich ist.

So sei es auch offen, ob die Schausteller mit ihren Geschäften künftig drei- oder einmal pro Jahr in der Stadt weilen werden. Überlegungen seien für zwei Phasen fällig – erstens bis zum Beginn der Eichplatz-Bebauung, zweitens für der Zeit danach. Dabei teilt Müller die verbreitete Einschätzung, dass vor 2021 wohl kaum die erste Baggerschaufel auf dem Eichplatz zugreift.

Führungen durch Jenaer Läden und Gasthäuser

Mit den Schaustellern sei schon im Frühjahr diskutiert worden, dass Märkte und Feste in der Innenstadt neu eingenordet werden. Zum Thema soll dem Stadtrat Ende Oktober eine Berichts- und Beschlussvorlage unterbreitet werden. Eine Option für die Zukunft sei etwa eine Straßen- und Stadtkirmes, nur bedürfe es da auch der entsprechenden Infrastruktur (Anschlüsse für Wasser und Strom), erläuterte Carsten Müller.

Oder: Schon zum kommenden Weihnachtsmarkt sollen 100 Pkw-Stellflächen auf dem Eichplatz erhalten bleiben, der in der Vergangenheit während der Stadtfeste wegen des Rummels komplett nicht verfügbar war fürs Parken. Eine andere Option ist es nach Carsten Müllers Darstellung, ein neues Konzept für den Frühlingsmarkt zu erstellen. Dazu gehören Erwägungen, das Paradies in Saale-Nähe zu nutzen.

Die Neukonzipierung ist nach Müllers Beschreibung insofern hoch politisch, als das Paket der bisherigen innerstädtischen Märkte und Feste in der Summe lediglich eines städtischen Zuschusses von 100.000 Euro bedarf; ein großer Teil der Kosten wird derzeit mit Standgebühren und ähnlichen Abgaben mitfinanziert. Mit neuem Konzept könnte der Zuschussbedarf größer sein.

Michaela Jahn vom Gasthaus „Zur Noll“ lobte als Vorsitzende des Vereins „Initiative Innenstadt“ die Bemühungen der Stadt um die Regelungen zum Eichplatz-Parken. „Wir brauchen so etwas. Um den Handel am Laufen zu halten, kann man nicht alle Park-Flächen wegrationalisieren.“ Und zu dem wohl im nächsten Jahr endlich verwirklichten Jenaer Park-Leitsystem: „Wir hoffen, dass die Leute die Stellflächen finden, die in der Theorie vorhanden sind.“

Im Übrigen sind sich die in der „Initiative Innenstadt“ vereinten Geschäftsleute nach Jahns Beschreibung einig, dass Altstadtfest & Co. keine großen Umsatzbeschleuniger sind. „Wir sehen das als Werbeeffekt, neues Publikum zu gewinnen, das Jena als Handelsort vielleicht abgeschrieben hatte", sagte sie.

Dazu passt: Erstmals wird in Jena ein verkaufsoffener Sonntag – diesmal der 15. September – mit der bundesweiten Aktion „Heimat shoppen" der Industrie- und Handelskammer kombiniert: Am Sonntag wie am Freitag und Sonnabend davor werden Shopping- und kulinarische Führungen geboten (Tickets in der Tourist-Info; für die kulinarische Führung werden 5 Euro erhoben). Für Freitag, 13. September, 19.30 Uhr, im Marktwestseiten-Innenhof kündigte Michaela Jahn obendrein den Start der Kampagne „100 Prozent Jena“ an. Es geht um Plakate, die jene Gesichter zeigen, die für Handel- und Gastronomie in der Innenstadt stehen. Am Sonnabend und am Sonntag sind die Poster in den Rathaus-Arkaden zu sehen.

„Abrunden am Rande der Altstadt“ wird den Einkaufssonntag in diesem Jahr der Johannismarkt, wie Mario Röppnack vom Förderverein Johannisfriedhof sagte. Gewidmet ist der Markt den Stichworten „ökologisch“ (Apfelsaft, Honig, Naturkosmetik, Ökogemüse), „kreativ“ (zum Experimentieren mit den Vereinen Witelo und Imaginata), „musikalisch“ (sieben verschiedene Formationen) und „genussvoll“. Es sei schön, wie sich so „die Feste gegenseitig befruchten“ und zum Bummeln animieren, sagte Michaela Jahn.

Musik-Programmchef Olli Jahn wurde von Carsten Müller gebeten, seine – Jahns – fünf Höhepunkte aus dem vollen Bühnenprogramm zu nennen. Olli Jahn zögerte nicht: die „Michael Jackson Live Tribute Show“ am Sonnabend, die Jenaer Band „Krach und Stille“ am Dienstag mit ihren eigenen Songs, „Biba & die Butzemänner“ am Donnerstag, Irish Folk mit „Pigeons on the Gate“ am Freitag (20. September) und die Schlagerparade tags darauf mit der „Golden Glitter Band“. Olli Jahn: „Da tobt der ganze Marktplatz.“

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