Aytac Sulu angekommen: FC Carl Zeiss Jena probiert Mission „Klinge 2.0“

Jena.  Der FC Carl Zeiss Jena holt erfahrenen Verteidiger Aytac Sulu und Außenbahnspieler Joy-Lance Mickels, um den letzten Strohhalm im Abstiegskampf zu ergreifen.

Aytac Sulu war Publikumsliebling in Darmstadt.

Aytac Sulu war Publikumsliebling in Darmstadt.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

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Das Beispiel René Klingbeil ist in positiver Erinnerung beim FC Carl Zeiss Jena geblieben. Im Herbst seiner Laufbahn wechselte er nach Jena und stabilisierte als Routinier die Abwehr. Ähnliches trauen die Jenaer nun Aytac Sulu zu, den der Tabellenletzte der dritten Liga am Donnerstag verpflichtet hat. Der 34-Jährige spielte viele Jahre für den SV Darmstadt 98, trägt dort auch den Titel „Ehrenspielführer“. Doch wie kam die Verpflichtung zustande? Antworten darauf und erste Statements des Spielers nach der Ankunft in Jena in unserem Beitrag.

Geschäftsführer Chris Förster hatte aus seinem Netzwerk einen Tipp bekommen, dass der Bundesliga-erfahrene Spieler zu haben ist, und erinnerte sich sofort an den gelungenen Schachzug mit Klingbeil. „Sulu ist der Anführer, gepaart mit Erfahrung und Können, der unserer Mannschaft fehlt“, sagt Förster über den Fußballer, der 2019 für den türkischen Drittligisten Samsunspor spielte. Den Vertrag löste er aus persönlichen Gründen vor wenigen Wochen auf. Vier Wochen lang stand er nicht im Mannschaftstraining, hielt sich aber mit einem Personaltrainer fit. Nach dem kurzfristigen Kontakt setzte sich Sulu, der in der Nähe von Sandhausen lebt, am Donnerstag ins Auto und fuhr nach Jena.

Förster und Trainer Rico Schmitt begrüßten den Zugang, der getreu dem Alter die Rückennummer 34 tragen wird, zu später Stunde in der Geschäftsstelle. „Natürlich ist es ein schwieriges Unterfangen“, sagt Aytac Sulu, aber verbreitet sogleich Optimismus. „Viel schlimmer wird es nicht, es kann nur noch bergauf gehen. Die Mannschaft braucht ein gutes Erfolgserlebnis.“ Schnellstmöglich wolle er die Mitspieler kennenlernen, wissen, wie sie ticken.

Sulu bringt die Erfahrung von 60 Spielen in der Bundesliga (9 Tore), 81 Spielen in der zweiten Bundesliga (9 Tore) und 89 Partien in der dritten Liga (6 Tore) mit. Sein unbändiger Kampfgeist machte ihn zum Publikumsliebling in Darmstadt. Die Jenaer versprechen sich von Sulu zum einen eine Stabilisierung der anfälligen Abwehr. Zum anderen hoffen sie auf seine Kopfballstärke nach Eckbällen.

Zunächst gilt der Vertrag bis Ende Juni 2020. „Wir haben aber schon vor, die Zusammenarbeit unabhängig von der Liga auch in der neuen Saison fortzusetzen“, sagt Förster. Ziel ist es zunächst, dass der Spieler schon am Samstag gegen Eintracht Braunschweig einsatzfähig ist.

Bei der Partie steht Joy-Lance Mickels (25) noch nicht zur Verfügung. Der schnelle Außenbahnspieler lief zuletzt für Wacker Nordhausen auf, darf angesichts der Insolvenz gehen und zog sich beim Probetraining bei Dynamo Dresden einen Muskelfaserriss zu. Jena hatte ihn schon in der Winterpause vor einem Jahr auf dem Zettel und gibt ihm nun eine Chance mit einem leistungsabhängigen Vertrag. Schon nächste Woche soll er ins Mannschaftstraining einsteigen.

„Er ist ein robuster und schneller Spieler, der in Nordhausen einer der Leistungsträger war“, sagt Zeiss-Trainer Rico Schmitt. Nun müsse es gelingen, ihn schnell zu integrieren. Unterdessen hat Stürmer Meris Skenderovic die Offerte eines West-Regionalligisten abgelehnt und will lieber in Jena bleiben – offen ist, welche Wendungen der Freitag bringt. Der Transferschluss steht bevor.

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