Begegnungsstätte für Kahlaer Senioren steht auf der Kippe

Kahla.  Petra Tiesler hört als Leiterin der Senioren-Begegnungsstätte in Kahla auf. Wie es weitergehen soll, wissen die betagten Gäste derzeit nicht.

Petra Tiesler leitet seit 1997 die Begegnungsstätte für Senioren. Jetzt ist es Zeit für die 68-Jährige, selbst in Rente zu gehen.

Petra Tiesler leitet seit 1997 die Begegnungsstätte für Senioren. Jetzt ist es Zeit für die 68-Jährige, selbst in Rente zu gehen.

Foto: Foto: Katja Dörn

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Petra Tiesler ist in ihrem Element. Geschwind hebt sie Kuchenstück um Kuchenstück auf die Teller, natürlich alles selbst gebacken, schenkt Kaffee nach und macht nebenbei einen kleinen Plausch mit den Senioren, die in die Begegnungsstätte der Volkssolidarität in Kahla gekommen sind. Doch jetzt ist die Zeit gekommen, in der sie sich selbst in den Kreis der Rentner einreihen muss, schließlich hat sie das 68. Jahr erreicht. Ende Februar ist ihre letzter Arbeitszeit. Doch mit ihrem Weggang stehen die Senioren vor dem Ungewissen, den höchstwahrscheinlich endet die Zeit der Begegnungsstätte in den Räumen am Gymnasium.

Wie wird es weitergehen – und wo? Es ist so: Die Begegnungsstätten der Volkssolidarität werden über Ortsgruppen organisiert, die wiederum dem Verein Volkssolidarität Regionalverband Ostthüringen angehören. Die Begegnungsstätten seien jeweils ein Zuschussgeschäft, erklärt Marion Rübesam von der Geschäftsstelle der Volkssolidarität in Jena. Einzig jene in Jena-Winzerla trage sich von allein, weil es von städtischer Seite Unterstützung gibt. Andere Angebote der Volkssolidarität, wie die Sozialstation in Kahla, sind anderen Gesellschaft zugeordnet.

Immer weniger Mitglieder in Ortsgruppe

Die Ortsgruppen sind in dem Sinne auf sich gestellt und werden nur über Ansprechpartner des Regionalverbandes betreut. Das Organisatorische für die Senioren übernahm bislang Petra Tiesler, die als Leiterin der Begegnungsstätte einen Minijob ausfüllte.

Petra Tieslers Ordner sind dick gefüllt mit Bildern aus den vergangenen Jahren. Fasching, Frauentag, Ostern oder die Adventszeit wurden von ihr organisiert, natürlich auch die nachmittäglichen Kaffeetreffs und weitere Veranstaltungen, bei denen die älteren Kahlaer zusammenkamen. Auch der Mittagstisch wurde bis vergangenes Jahr angeboten. „Die Ortsgruppe hat sich sehr verwöhnen lassen von Frau Tiesler“, sagt Marion Rübesam.

Ein Problem sei, dass immer weniger Jungrentner dazustoßen, das beobachtet die Mitarbeiterin der Volkssolidarität auch in Jena und in anderen Orten. Viele seien mobil beziehungsweise fühlen sich zu jung für einen solchen Treff. So sinke die Zahl der Ortsgruppenmitglieder, der derzeit an die 40 Senioren angehörten.

Verfügbare Räume sind zu weit weg

Ein anderes Problem ist das finanzielle: Die Volkssolidarität kann die monatliche Miete im Flachbau nicht mehr tragen, sagt Rübesam. Bislang kam durch den Kuchenverkauf von Petra Tiesler noch etwas Geld hinein. „Wir müssen sehen, wie wir die finanziellen Mittel zusammenhalten“, sagt Marion Rübesam.

Die Volkssolidarität hätte zwar Räume in Kahla, in denen sich die Senioren treffen könnten – so im Neubau in der Margarethenstraße – doch die sind zu weit weg für die teils gehbeeinträchtigten Besucher, die größtenteils im Neubaugebiet rund um das Gymnasium wohnen und den Berg hinab und später hinauf müssten.

Petra Tiesler arbeitet selbst schon daran, andere Räumen für die Ortsgruppe zu finden. Am Donnerstag ist zudem ein Gespräch im Seniorentreff mit dem Geschäftsführer der Volkssolidarität Jena anberaumt.

Petra Tiesler hofft auf eine gute Lösung. Die vergangenen Jahre hätten ihr viel Spaß gemacht, sagt sie. In Zukunft will sie sich mehr um ihre Enkel sowie um Haus und Garten kümmern. Und da wäre noch die Ortsgruppe in Hummelshain, ihrem Heimatort, der sie weiter ehrenamtlich treu bleiben will.

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