Corona: Jena hat die kritische Marke fast erreicht

Jena.  Verwaltung bereitet weitere Maßnahmen vor. Derzeit gibt es 62 aktive Fälle. Eine Sperrstunde soll es nicht geben. Restaurant Poseidon geschlossen.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 erreicht wird, muss teilweise auch wieder im öffentlichen Raum ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Wenn die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 erreicht wird, muss teilweise auch wieder im öffentlichen Raum ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Foto: Sascha Fromm

Nach acht neuen Fällen steht die Stadt Jena kurz davor, als Risikogebiet eingestuft zu werden. Mit 47,2 hat die Sieben-Tage-Inzidenz den kritischen Wert von 50 fast erreicht. Im Krisenstab rechnet man damit, das dies am Wochenende der Fall sein könnte. Dann greifen weitere Maßnahmen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Bei den neuen Fällen handelt es sich nach Angaben des Rathaus um zwei junge, vier mittelalte und zwei ältere Personen. Darunter sind zwei Betroffene, die im Zusammenhang mit dem Infektionsausbruch im Restaurant Poseidon ermittelt wurden. Dieses müsse auf Anordnung der Stadtverwaltung bis zum 5. November schließen, schreiben die Inhaber auf Facebook. Damit gibt es in Jena aktuell 62 aktive Fälle. Die Statistik vom Freitag:

Anzahl aktiver Fälle: 62

davon in den letzten
24 Stunden: 8

davon stationär: 5

schwere Verläufe: 1

Infizierungen der letzten
sieben Tage: 51

Sieben-Tage-Inzidenz: 47,2

Infizierte insgesamt
seit dem 14. März: 311

Gestorbene insgesamt: 4

Genesene insgesamt: 245

davon in den letzten
24 Stunden: 1

In einer Videobotschaft schloss der Leiter des Krisenstabes, Benjamin Koppe (CDU), aus, dass die Stadt eine Sperrstunde oder ein Beherbergungsverbot verhängen werde, sollte die Sieben-Tage-Inzidenz von 50 überschritten werden. Dennoch würden weitere Maßnahmen greifen: So sind dann zum Beispiel bei öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen maximal nur noch 50 Personen erlaubt. Durch Vorlage eines schlüssigen Hygienekonzeptes könnten im Einzelfall größere Teilnehmerzahlen durch das Gesundheitsamt zugelassen werden.

Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes soll überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen und wo der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht gewährleistet werden könne. Dies betreffe den öffentlichen Raum, also stark frequentierte Verkehrsflächen, Straßen und Plätze. Zu Wochenbeginn soll die Entscheidung fallen, ob die Bundeswehr bei der Ermittlung von Kontaktdaten hilft.