Dornburg-Camburg: Weniger Traumhochzeiten, weniger Einnahmen in der VG-Kasse

Dornburg-Camburg.  Mehrausgaben für Corona-Schutzmaßnahmen und Tariferhöhungen zwingen die VG Dornburg-Camburg dazu, ihre Umlage zu erhöhen.

Carl Krumbholz leitet die Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg, zu der neben der gleichnamigen Stadt noch zwölf Gemeinden im nördlichen Saale-Holzland-Kreis gehören.

Carl Krumbholz leitet die Verwaltungsgemeinschaft Dornburg-Camburg, zu der neben der gleichnamigen Stadt noch zwölf Gemeinden im nördlichen Saale-Holzland-Kreis gehören.

Foto: Angelika Schimmel

Der Corona-Virus hat manchem jungen Brautpaar den Start ins Eheleben verhagelt. Große Hochzeitsfeiern waren im Frühjahr beim Ausbruch der Pandemie verboten worden, manches Paar hatte deshalb die Eheschließung ganz abgeblasen. Andere änderten ihre Pläne, verzichteten auf die große Zeremonie im Prinzessinnen-Schloss von Dornburg am Samstag und traten stattdessen an einem normalen Wochentag nur zu zweit im Standesamt auf der Camburg vor Standesbeamtin Erika Mollek.

Positiver Nebeneffekt für das Brautpaar: der Start ins Leben als Ehepaar fiel deutlich preiswerter aus. „Für eine Trauung in unserem Standesamt zu normalen Öffnungszeiten der Verwaltung fällt eine Gebühr von 20 Euro an. Eine Eheschließung außerhalb der Öffnungszeiten und an anderen Orten, etwa auf den Dornburger Schlössern, kann bis zu 150 Euro kosten“, erklärt Erika Mollek.

Für die Verwaltungsgemeinschaft bedeutet dies jedoch, dass in diesem Jahr die Einnahmen des Standesamtes etwas niedriger ausfallen als in den vergangenen Jahren. Und möglicherweise werde das auch im kommenden Jahr so sein, denn es könne ja keiner vorhersagen, wie sich die Pandemie entwickle und ob das auch weiterhin die Pläne Heiratswilliger beeinflusst.

„Nicht nur im Standesamt sind die Einnahmen durch die Corona-Beschränkungen gesunken, auch im Pass- und Meldewesen ist das so“, erklärte Carl Krumbholz, Chef der VG Dornburg-Camburg. „Wenn man nicht in fremde Länder reisen kann, dann braucht man auch nicht unbedingt einen neuen Pass, da reicht der Personalausweis“, sagt er. Da jedoch Einnahmen über diverse Gebühren ein wesentlicher Faktor der VG-Einnahmen sind, hat die aktuelle Situation weitreichende Konsequenzen für den Haushalt 2021 der Verwaltungsgemeinschaft, der in dieser Woche von den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden beraten wurde.

„Als Ausgleich für Mehrbelastungen durch übertragene Verwaltungsaufgaben bekommen wir vom Land im nächsten Jahr 38 Euro pro Einwohner überwiesen, einen Euro mehr als 2020“, erklärt Krumbholz. Allerdings gebe es ein Problem: In Summe verliert die VG Einwohner. Gleichzeitig steigen jedoch die Ausgaben im Verwaltungshaushalt der VG, unter anderem durch Ausgaben für Corona-Schutzmaßnahmen und Tariferhöhungen um vier Prozent für die Verwaltungsangestellten. Und noch ein Posten schlägt mit kalkulierten Mehrausgaben im kommenden Jahr zu Buche: „Wir haben 2021 Wahlen zum Bundestag und zum Landtag. Keiner weiß jedoch, wie diese Wahlen angesichts der Pandemie durchgeführt werden können. Wenn sich eine reine Briefwahl erforderlich macht, haben wir deutlich höhere Portokosten zu begleichen, wenn rund 8000 Wahlberechtigte die Unterlagen zugeschickt bekommen müssen“, sagt er. Deshalb sei dafür im Haushaltsansatz mehr Geld eingeplant worden.

Um den Haushalt ausgeglichen zu bekommen, seien auch Rücklagen angegriffen worden. Und es sei den Bürgermeistern nichts anderes übrig geblieben, als die VG-Umlage, die die Gemeinden zahlen müssen, zu erhöhen. „20 Euro mehr pro Kopf sind schon eine Kröte, die die Bürgermeister schlucken mussten“, gesteht Krumbholz. Nur so habe das Loch von 1,4 Millionen Euro gestopft werden können. Trotzdem stimmte am Ende die Mehrheit der Gemeindevertreter für den VG-Haushalt 2021. „Das macht die VG von Jahresbeginn an handlungsfähig“, sagt er. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen sei das wichtig für das Funktionieren der Gemeinschaft.