Dornburg: Orgel spielt die Hauptrolle zum Jubiläum

Dornburg-Camburg.  Am ersten Advent 1820 wurde in der Jacobus-Kirche Dornburg eine Orgel eingeweiht. Erbaut hatte sie Johann Christian Adam Gerhard aus Dorndorf.

Die 1820 vom Orgelbaumeister Johann Christian Adam Gerhard aus Dorndorf gebaute Orgel in der Kirche St. Jacobus in Dornburg erklingt auch anlässlich ihres 200. Geburtstages am Adventswochenende.

Die 1820 vom Orgelbaumeister Johann Christian Adam Gerhard aus Dorndorf gebaute Orgel in der Kirche St. Jacobus in Dornburg erklingt auch anlässlich ihres 200. Geburtstages am Adventswochenende.

Foto: Kirchenkreis

Ein großes Fest mit viel Musik, einer Festrede zum Lob der Jubilarin und geselligem Beisammensein der Gäste sollte es werden. Ausrichten wollte die Dornburger Kirchgemeinde das alles am ersten Advent, genau 200 Jahre nachdem in ihrer Kirche St. Jacobus die große Gerhard-Orgel am 1. Advent 1820 eingeweiht worden war. Doch nun können die Dornburger wegen Corona das denkwürdige Ereignis nicht in diesem Rahmen feiern.

„Ein Fest gibt es leider nicht, aber wir wollen die Jubilarin natürlich trotzdem gebührend ehren. Das werden wir in einem Musikalischen Gottesdienst am Sonnabendnachmittag tun“, erzählt Kirchenältester Reinhard Gaupp. Extra dafür reist Kirchenmusikdirektor Konrad Klek aus Erlangen an. Er wird die stattliche Kirchenorgel, die Johann Christian Adam Gerhard (1780-1837) für das Dornburger Gotteshaus gebaut hat, zum Klingen bringen.

„Konrad Klek kennt die Dornburger Orgel bestens, er hat sie nach ihrer Restaurierung durch die Firma Schuke in den Jahren 1987-89 auch als erster Organist wieder gespielt“, erklärt Pfarrer Peter Oberthür.

Bei dem Instrument handele es sich schon um ein besonderes, führt er aus. Es ist mit zwei Manualen und 29 Registern die größte bekannte Orgel, die Johann Christian Adam Gerhard hierzulande gebaut hatte. Auch in der Peterskirche in Dorndorf findet sich ein Instrument von der Hand dieses Meisters, jedoch ist die auf 1817 datierte Orgel kleiner und im Klang eher barock angelegt.

Orgelbau in die Wiege gelegt

Johann Gerhard entstammte einer bekannten Ostthüringer Orgelbaufamilie, sein Vater Justinus Ehrenfried Gerhard hatte das Handwerk bei Gottfried Silbermann, dem größten Orgelbauer des Barock, erlernt. In Lindig, einem kleinen Dorf bei Kahla, hatte Vater Gerhard geheiratet und den Familienbetrieb gegründet. Drei seiner Söhne lernten im väterlichen Betrieb und betrieben später eigene Werkstätten.

Johann Christian Adam heiratete 1814 die Kantorentochter Christiane Juliane Rost aus Dorndorf und wurde hier sesshaft. Das für die Dornburger Kirche gebaute Instrument sei frühromantisch angelegt und sehr klangvoll. „Das werden die Besucher des Gottesdienstes – auch in Begleitung durch Trompeter Henry Funke – ausgiebig erleben können. Da bedarf es nicht vieler Worte des Pfarrers, die Orgel spricht oder besser, klingt für sich“, so Peter Oberthür.