Dritter tödlicher Verkehrsunfall seit November in Jena

Jena.  Unfallermittlung nach dem Tod einer Radfahrerin in der Ringwiese: Die Einmündung der Ammerbacher Straße gilt lange schon als Problemkreuzung.

Die Unfallstelle am Tag danach: Die Einmündung der Ammerbacher Straße in die Rudolstädter Straße ist für Radfahrer eine wichtige Verbindung. Unfalluntersucher haben Markierungen auf die Fahrbahn gezeichnet.

Die Unfallstelle am Tag danach: Die Einmündung der Ammerbacher Straße in die Rudolstädter Straße ist für Radfahrer eine wichtige Verbindung. Unfalluntersucher haben Markierungen auf die Fahrbahn gezeichnet.

Foto: Thomas Beier

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Die bei einem Zusammenstoß mit einer Straßenbahn verunglückte Radfahrerin ist in der Jenaer Klinik ihren schweren Verletzungen erlegen. Dies hat die Jenaer Polizei am Freitag mitgeteilt. Die 28-jährige wollte am Donnerstag gegen 17.30 Uhr mit ihrem E-Bike die Straßenbahngleise an der Ecke Ammerbacher Straße/Rudolstädter Straße überqueren. Sie übersah eine herannahende Bahn nach Winzerla und wurde frontal erfasst (wir berichteten). Der 47 Jahre alte Straßenbahnfahrer erlitt einen Schock.

Schwerverletzte Radfahrerin nach Straßenbahnunfall in Jena ist verstorben

Der Unfall vom Freitag ist der dritte tödliche Verkehrsunfall mit Radfahrern und Fußgängern seit November letzten Jahres. Im Wohngebiet Ringwiese löste der Unfall große Betroffenheit aus. Mehrere Menschen blieben am Freitag an der Stelle stehen, an der es tags zuvor das Unglück passiert war. „Es ist einfach nicht zu fassen, so ein junges Leben, alle müssen mehr aufpassen“, sagte eine Seniorin, die mit ihrem Mann unterwegs war.

Jenaer Nahverkehr drückt sein Mitgefühl aus

Die Geschäftsführung des Jenaer Nahverkehrs drückte ebenfalls ihr Mitgefühl aus: Die Nachricht von dem schweren Unfall mit Todesfolge erfüllt uns alle mit großer Betroffenheit und tiefer Trauer. Unsere Gedanken sind bei der Verunglückten und ihrer Familie“, sagt Steffen Gundermann, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehrs in einer am Freitag verbreiteten Nachricht. Die Geschäftsführer fühlen mit ihrem Fahrpersonal, den Einsatzkräften und Fahrgästen und danken den Helfern vor Ort.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht weiterhin Zeugen. Noch ist unklar, warum die Frau die herannahende Straßenbahn nicht wahrgenommen hatte und über die Gleise fuhr. Der an der Stirnseite beschädigte Straßenbahnzug steht nun im Betriebshof des Jenaer Nahverkehrs. Die Elektronische Fahrtenregistrierung (EFR) wird ausgewertet. Sie zeichnet wichtige Parameter einer Straßenbahnfahrt auf.

An der Einmündung der Ammerbacher Straße in die Rudolstädter Straße wiesen gestern die Markierungen der Unfalluntersuchungen auf die Geschehnisse hin. Die Kreuzung wurde vor nicht allzu langer Zeit umgebaut, so dass die Straße in Richtung Straßenbahngleis halbseitig vor einer Sperrbake und einem Einbahnstraßenschild endet. Unfälle gab es an dieser Kreuzung zuvor mehrere. Für Fußgänger und Radfahrer gib es etwas versetzt einen Weg über die Gleise, an dem bei herannahenden Zügen ein rotes Ampelmännchen und ein rotes Fahrrad aufleuchten.

Unter Anwohnern wurde gestern die insgesamt sehr unübersichtliche Verkehrsführung diskutiert. Der Straßenbahnfahrer hatte keine Chance, die Radfahrerin eher zu erkennen, da die Ammerbacher Straße von den Gleisen aus durch eine drei Meter hohe Hecke auf einem Privatgrundstück sowie einen Verteilerkasten schwer einsehbar ist. Bei Dunkelheit kommt erschwerend hinzu, dass es keine Straßenlaternen gibt, die direkt auf den Kreuzungsbereich oder die verkehrsberuhigte Straße neben den Gleisen leuchten. Die LED-Laternen erscheinen vielen eher dunkel.

Nach dem tödlichen Unfall in Jena: Mehr Kontrollen gefordert

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