Ernte eingefahren: Agrargenossenschaft Bucha feiert

Bucha  Die Bauern der Agrargenossenschaft Bucha hatten am Wochenende allen Grund zu feiern

Die Ernte 2019 ist eingebracht: Gelegenheit für die Bauern der Agrargenossenschaft Bucha, zusammen mit Kunden, Nachbarn, Partnern  und Gästen zu feiern. Beim Hoffest lockte ein kleiner Markt mit Produkten aus bäuerlicher Wirtschaft zum Kosten und Kaufen. Die Schalmeien aus Reichenbach im Vogtland unterhielten die Gäste bestens. 

Die Ernte 2019 ist eingebracht: Gelegenheit für die Bauern der Agrargenossenschaft Bucha, zusammen mit Kunden, Nachbarn, Partnern  und Gästen zu feiern. Beim Hoffest lockte ein kleiner Markt mit Produkten aus bäuerlicher Wirtschaft zum Kosten und Kaufen. Die Schalmeien aus Reichenbach im Vogtland unterhielten die Gäste bestens. 

Foto: Angelika Schimmel

Bis Mittag haben die Männer noch auf den Erntemaschinen und Transportfahrzeugen gesessen, haben den letzten Mais von den Feldern rund um Bucha und Schorba geholt. Drei, vier Stunden später haben sie sich auf dem Hof der Agrargenossenschaft in Bucha unter die Festgäste gemischt. Mit gutem Gewissen konnten sie sich ein herzhaftes Brätel und ein Bier gönnen: die Ernte des Jahres 2019 war eingeholt.

„Heute Mittag waren wir fertig, hatten die letzten 80 Hektar Zweitfrucht-Mais vom Feld geholt“, sagt Hartmut Kurth, Chef der Agrargenossenschaft. Die Erleichterung, es geschafft zu haben, war ihm anzusehen. Doch ungetrübt ist die Freude nicht. „Wir hätten gern mehr geerntet, der Kolben-Anteil ist in Ordnung, aber wir wissen noch nicht, ob wir mit damit insgesamt unsere Milchviehherde und unsere Biogasanlage versorgen können. Wir müssen am Montag erst einmal rechnen, ob es reicht, oder ob wir zukaufen müssen“. Beim Erntedank-Gottesdienst am Morgen, der seit Jahren Bestandteil des Hoffestes der Agrargenossenschaft ist, hatte Kurth schon berichtet, dass die Ernte dieses Jahres zwar „deutlich besser als im letzten Jahr, aber dennoch unterdurchschnittlich“ im Vergleich zu den Vorjahren ausgefallen sei.

„Im März hatten wir schon mit einer Katastrophe beim Futter gerechnet, doch wir hatten in den Wochen danach Glück mit den Niederschlägen. Auch Kulturen, die wir schon aufgegeben hatten, haben sich da noch gut entwickelt“, erinnert er sich. Das Gleiche gelte für das Getreide. 60 Dezitonnen Weizen pro Hektar seien gewachsen, das seien zehn Dezitonnen mehr als im schlechten Vorjahr, aber dennoch deutlich weniger als man in früheren Jahren von den Feldern auf der Höhe holte – es fehlten einfach die Niederschläge.

Doch die Bauern im Süden von Jena stellen sich auf die veränderten Klimabedingungen ein: „Wir bauen im kommenden Jahr deutlich mehr Luzerne als Futterpflanze an, die ist sehr trockenstressresistent“ , berichtet Kurth. 40 Hektar waren es 2019, mehr als 120 Hektar werden es im nächsten Jahr sein. Auch 60 Hektar Futterroggen seien schon im Boden, danach folge dort 2020 noch einmal Zweitfrucht-Mais. Ohne diesen könnten die Tierbestände nicht ausreichend versorgt werden. „Wir bauen Jahr für Jahr mehr Futterpflanzen an, doch das geht zu Lasten des Verkaufsgetreides – und damit zu Lasten des Gewinns, den wir erzielen können“, sagt Kurth.

Um die Kosten zu senken, habe die Agrargenossenschaft auch eine Mutterkuhherde vom Angus-Rind aufgebaut. 20 Kühe und ihr Nachwuchs beweiden jene Hänge im Saaletal, die die Bauern mit Maschinen nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand bewirtschaften können. Für die Tiere, die auch im Winter nicht im Stall stehen, wurden jedoch gerade zwei komfortable Unterstände gebaut. Das kostet Geld. Vorteilhaft erweise sich die Anschaffung der Angus-Rinder aber auch für die Direktvermarktung der eigenen Produkte in der Hofeigenen Fleischerei.

Trockenheit schmälert auch Ertrag im Obstbau

Die extreme Trockenheit, die den Landwirten von Jahr zu Jahr mehr zu schaffen macht, bereitet auch den Obstbauern in Schöngleina Sorgen, die zum zweiten Mal bei Hoffest in Bucha dabei waren. „Die Apfelernte ist zwar noch im Gange, aber wir sehen schon, dass die Erträge in diesem Jahr etwa 40 Prozent unter denen des letzten Jahres liegen“, erzählt Marita Köber am Stand vom Obstgut Triebe. Einerseits mache die Trockenheit den Bäumen zu schaffen, andererseits erlitte das Obst zunehmend Sonnenbrand. Der trübe zwar nicht den Geschmack, mache die Früchte aber schwer verkäuflich.

Angela Rieckhoff aus Weimar und Vabiola Sieler aus Mellingen ließen sich davon beim Hoffest nicht beeindrucken. Sie kosteten sich durch das Angebot von Triebes. Ob der säuerliche „Pirol“, der süßlich-saftige „Shampion“ oder der allergiefreundliche „Santana“, ihnen sei jeder Apfel aus der Region lieber als das Obst aus Südtirol oder Spanien, versichern die Damen, die sich durch das Angebot von Marita Köber probieren. Dass aus den leckeren Äpfeln, Birnen oder Zwetschgen aus Schöngleina demnächst nicht nur schmackhafte Säfte oder Mus, sondern auch hochprozentige Brände hergestellt werden, hörten sie mit Interesse. „Wir haben im Unternehmen gerade eine neue Destille gebaut. Beim Apfelfest am 26. Oktober wird der Chef das erste Mal zu einem Schaubrennen einladen“, erzählte Marita Köber.

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