Fachwerkhaus in Jena komplett ausgebrannt: So lief der Einsatz ab

Jena  Eine Jenaer Familie verliert in Lobeda-Altstadt ihr Heim bei einem verheerenden Feuer. Die Ursache ist noch unklar.

Dieses Fachwerkhaus ist am Samstagabend in der Alten Straße in Lobeda-Altstadt komplett ausgebrannt. Die Einsatzkräfte brauchten Stunden, um das Feuer zu löschen und konnten erst am Sonntagmorgen von einem kräftezehrenden Einsatz abrücken.

Dieses Fachwerkhaus ist am Samstagabend in der Alten Straße in Lobeda-Altstadt komplett ausgebrannt. Die Einsatzkräfte brauchten Stunden, um das Feuer zu löschen und konnten erst am Sonntagmorgen von einem kräftezehrenden Einsatz abrücken.

Foto: Katja Dörn

Es ist der Alptraum eines jeden Hausbesitzers, am Sonnabend wurde er bittere Wirklichkeit für eine Jenaer Familie. Ihr liebevoll gepflegtes Fachwerkhaus in Lobeda-Altstadt ist komplett ausgebrannt.

20.21 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein. Schon bei der Anfahrt sahen die Einsatzkräfte, wie die Flammen aus dem Dachstuhl schossen, sagt Gesamteinsatzleiter Dietmar Schwape. Das Feuer hatte sich unfassbar schnell im Gebäude ausgebreitet. Neben der Berufsfeuerwehr wurden so auch die Freiwilligen Feuerwehren Lobeda, Göschwitz, Winzerla und Wöllnitz zur Unterstützung gerufen. Die Freiwillige Feuerwehr Jena-Mitte wurde in der Innenstadt gebraucht, sie musste das Feuerwerk beim Altstadtfest absichern und im Notfall bei einem weiteren Einsatz griffbereit sein.

Die enorm schnelle Brandausbreitung erschwerte es den Kameraden in der Alten Straße, die Flammen schnell unter Kontrolle zu bringen. Ziegel mussten abgeklopft werden, um unter den Dachstuhl zu kommen. Auch die Stromleitung zur Giebelkante des Hauses knapsten Feuerwehrleute ab, damit die Löscharbeiten mit den zwei Drehleitern nicht behindert wurden. Mitarbeiter der Stadtwerke stellten zudem die Energieversorgung ein.

Verhindert werden konnte, dass die Flammen auf Nachbargebäude übergingen. Mit Wärmebildkameras wurden immer wieder Glutnester aufgespürt.

Die Polizei sicherte mit mehreren Beamten die Einsatzstelle ab, auch um Schaulustige daran zu hindern, zu nah heranzukommen. Eine eigens eingerichtete Betreuungstation versorgte die insgesamt 70 Feuerwehrleute mit Getränken und Essen. Auch Anwohner brachten den Einsatzkräften kistenweise Trinkwasser. Erst in den Morgenstunden des Sonntag konnten die letzten Kameraden abrücken.

Die Hausbewohner waren am Sonnabend nicht in Jena, wurden aber umgehend informiert und fuhren noch in der Nacht zurück. Mitarbeiter der Notfallseelsorge betreuten das Paar, Nachbarn bekundeten ihr Mitgefühl. Das Haus ist ein wirtschaftlicher Totalschaden und darf nicht betreten werden. Am Sonntag wurde eine Absperrung darum gelegt.

Unterstützung erhielt die Familie von Nachbarn, dem Ortsteilrat, der Kirche und von Jenawohnen. Via Facebook hatten sich noch am Samstagabend einige Jenenser bereit erklärt, die Betroffenen zu unterstützen. Ob und wie es eine Spendenaktion gibt, ist aber unklar. Die Stadtverwaltung bat, die Privatsphäre der Betroffenen zu respektieren und es ihnen zu überlassen, wie sie an die Öffentlichkeit gehen.

Die Kriminalpolizei muss nun die Brandursache ermitteln. Gesamtsatzleiter Dietmar Schwape sagte aber noch Samstagnacht, dass er es sich nicht erklären kann, warum sich die Flammen auch bei einem Fachwerkhaus so schnell ausbreiten. Zeugen werden nun gebeten, sich bei der Polizei zu melden.

Wegen des ständigen Druckauf- und -abbaus der Wasserversorgung riss zudem die Leitung in der Alten Straße. Anwohner mussten bis in den Sonntag hinein ohne fließend Wasser auskommen, eine von den Stadtwerken beauftragte Firma war aber noch am Morgen vor Ort, um den Schaden zu beheben.

Der Dezernent für Sicherheit, Benjamin Koppe, dankte den Kameraden und hebt die hohe Einsatzbereitschaft hervor. Die Situation werde in den kommenden Tagen ausgewertet, um zu entscheiden, ob zum Thema Sicherheit weitere Schritte eingeleitet werden müssen.

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