FC Carl Zeiss Jena: Warum Pasqual Verkamp doppelt gefordert ist

Jena.  Pasqual Verkamp ist der beste Torschütze des FC Carl Zeiss Jena. Doch er gibt sich selbstkritisch.

Hat sich in Jena eingelebt: Pasqual Verkamp vor der Nordkurve im Jenaer Stadion, die bald abgerissen wird.

Hat sich in Jena eingelebt: Pasqual Verkamp vor der Nordkurve im Jenaer Stadion, die bald abgerissen wird.

Foto: Tino Zippel

Trotz des ausgesetzten Spielbetriebes in der Regionalliga Nordost gehen die Spieler des FC Carl Zeiss Jena im Training volles Tempo. Pasqual Verkamp, der beste Torschütze, verrät, wie er sich Tag für Tag motiviert, obwohl noch kein Termin für die Wiederaufnahme feststeht .

Selbstkritisch ob der Chancenverwertung

„Ganz ausblenden kann man nicht, dass ungewiss ist, wann die Saison fortgesetzt wird“, räumt Verkamp ein. Im Sommer war der 23-Jährige von Viktoria Aschaffenburg nach Jena gewechselt. In den bisherigen Punktspielen gelangen ihm fünf Treffer. „Wenn ich es ehrlich betrachte, hätten es auch 20 sein können“, sagt der schnelle Angreifer, der auch Großchancen ausgelassen hat. Dennoch hofft er, dass die Zuschauer die Leistung auch beim Erarbeiten der Möglichkeiten anerkennen. „Meine Mitspieler müssen viele gute Laufwege gehen, um Spielzüge zu ermöglichen, die in solchen Chancen münden.“

Im Training arbeiten die Jenaer Spieler derzeit intensiv daran, Lösungen gegen unbequeme Gegner zu finden. Zudem setzte Trainer Dirk Kunert anstrengende Kraft­einheiten an. „Wir müssen schließlich die Spielintensität ersetzen“, sagt Verkamp. „Wir fiebern natürlich darauf hin, wieder in den Spielbetrieb zu starten. Solange kein Termin feststeht, setzte ich mir von Tag zu Tag das Ziel, wieder besser und einen Schritt schneller zu werden.“

Nebenbei ein Vollzeitstudium

Nebenbei absolviert Verkamp ein Vollzeitstudium im Fachgebiet Immobilienmanagement in Frankfurt am Main. Die Corona-Pandemie hilft ihm, da alle Lehrveranstaltungen statt in Präsenzveranstaltungen per Videokonferenz stattfinden, die er aus der Ferne verfolgen kann. „Sonst müsste ich nur anhand der Materialien den ganzen Stoff aufarbeiten“, sagt der Fußballer. Ihm sei wichtig gewesen, Studium und Fußball unter einen Hut zu bringen. Unter der Bedingung ließ er sich auf den Wechsel nach Thüringen ein. Zuvor hatte er nur bei Vereinen in seiner Heimat gespielt.

In Jena-Winzerla gut eingelebt

Inzwischen hat er sich gut in Jena eingelebt, wohnt in Winzerla in einer eigenen Wohnung. „Dort fühle ich mich sehr wohl, kann gut lernen und abschalten“, sagt Verkamp, der gerade im fünften Semester studiert. Zwei weitere und ein Praxis­semester folgen, bis er auf die Zielgerade biegt. „Ich muss mich jeden Tag kümmern, dass es weiter vorangeht“, sagt der Zeiss-Spieler, der nur an Spieltagen mit dem Lernen aussetzt, um sich „bestmöglich aufs Spiel zu fokussieren“. Schließlich will er neben dem Studium sehr gute Leistungen im Fußball bringen.

In Jena sieht er beste Voraussetzungen dafür und lobt den Teamgeist. „Wir verstehen uns top, es gibt kaum Streitigkeiten, obwohl ein harter Wettbewerb im Training herrscht“, schätzt Verkamp ein.

Er hofft, dass er seine gute Form bis zum Neustart bewahren kann – und dann noch das eine oder andere Tor dazukommt. „Das kann man nicht planen, sondern muss fleißig dafür arbeiten“, lautet sein Credo. Egal ob die Liga Ende November, im Dezember, Januar oder Februar wieder durchstartet.

Zur Person:

  • Pasqual Verkamp (23) spielte bislang für den FC Bayern Alzenau, Darmstadt 98, Rot-Weiß Darmstadt, Alemannia Haibach und Viktoria Aschaffenburg.
  • Er wechselte im Sommer 2020 zum FC Carl Zeiss Jena in die Regionalliga Nordost.
  • In elf Punktspielen erzielte er fünf Tore und steht damit auf der internen Torschützenliste auf Platz eins vor Maximilian Oesterhelweg. Vorige Saison in der Regionalliga Bayern traf er in 20 Partien neunmal.