FC Carl Zeiss verliert trotz zweimaliger Führung: Trainer Kwasniok bleibt

Chemnitz  Beim 2:3 im Kellerduell in Chemnitz verspielt Fußball-Drittligist FC Carl Zeiss Jena zweimal eine Führung. Ein Stück weit, sagte Trainer Lukas Kwasniok, sei er erst einmal „gebrochen“.

Da ist es passiert: Philipp Hosiner (Mitte) trifft in der 89. Minute zum 3:2 für Chemnitz.

Da ist es passiert: Philipp Hosiner (Mitte) trifft in der 89. Minute zum 3:2 für Chemnitz.

Foto: Härtel/Imago

Die Kluft zwischen Fans und Spielern des FC Carl Zeiss Jena war doch einige Meter breit. Während die Anhänger der Thüringer nach der 2:3-Niederlage beim Chemnitzer FC ihrem Unmut freien Lauf ließen („Wir haben die Schnauze voll!“), standen die Kicker etwa 20 Meter entfernt mit gesenktem Kopf bedröppelt da, hörten sich die Schmährufe an, ehe sie in Richtung Katakomben den Rückzug antraten. In der Gewissheit, auch im neunten Saisonspiel einen Sieg verpasst und nun als Tabellenletzter schon acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer zu haben.

Die wichtigste Frage nach der erneuten Niederlage und dem historisch schlechten Saisonstart des FC Carl Zeiss war die nach Trainer Lukas Kwasniok. Und sie wurde von Geschäftsführer Chris Förster und Vereinspräsident Klaus Berka deutlich beantwortet: Er bleibt Chefcoach der Thüringer. Unmittelbar nach Spielschluss hatten sich die beiden untereinander abgestimmt, auch mit anderen Mitgliedern der wichtigsten Vereinsgremien telefoniert. „Wir haben heute eine Mannschaft gesehen, die sich den Arsch aufgerissen hat, die gekämpft hat, gefightet hat“, sagte Förster.

„Nach diesem Spiel kannst du keinen Trainerwechsel vornehmen, dann bestrafst du die Mannschaft für etwas, was völlig verquer wäre.“ Klaus Berka sah es ähnlich: „Die Mannschaft hat über 80 Minuten gut gespielt.“

Und der Club-Boss fügte an, dass die Jenaer auch „ein bisschen auf der Basis von Entscheidungen, die auch anders ausgelegt hätten werden können“, verloren haben. Damit spielte er auf Schiedsrichter Manuel Gräfe an, der dem FC Carl Zeiss einfach kein Glück bringt. Auch das siebte Spiel der Thüringer unter Leitung des Fifa-Referees ging verloren. Am strittigsten war sicherlich die Szene vor dem 2:2-Ausgleich der Chemnitzer in der 80. Minute durch den eingewechselten Noah Awuku. Kurz vor seinem Kopfballtor war Raphael Obermair im Strafraum zu Boden gegangen. Für Gräfe, der viel laufen ließ, genauso wenig ein Foul wie das an zum Stürmer umfunktionierten Maximilian Rohr, der im Chemnitzer Strafraum etwa zehn Minuten früher zu Boden ging.

Doch an der Schiedsrichter-Leistung lag es nicht. Vielmehr schafften es die Thüringer, die 70 Minuten klar das bessere Team waren, nicht, die Entscheidung herbeizuführen. Nach der frühen Führung durch Obermair (25.) verpasste Julian Günther-Schmidt das 2:0 für den FC Carl Zeiss (31.). Dem Ausgleich durch Philipp Hosiner kurz vor der Pause per Elfmeter (42.) war eine Unachtsamkeit in der Zeiss-Defensive bei einem Konter vorausgegangen.

Nach der abermaligen Führung durch Talent Niklas Jahn (53.) blieben ebenso einige Möglichkeiten ungenutzt. Und so kam der Vorletzte eben noch zum Ausgleich und legte durch den zweiten Treffer von Hosiner das Siegtor nach (89.). Eroll Zejnullahu, der Gelb gesehen hatte, weil er sich über das vermeintliche Foul vor dem 2:2 beschwerte, sah nach hartem Einsteigen in der 90. Minute noch Gelb-Rot. Sekunden vor dem Schluss vergab Daniele Gabriele die große Chance auf den Ausgleich.

Zur Freude der Chemnitzer, die am Sonntag Patrick Glöckner als neuen Cheftrainer bestätigten. Er übernimmt das Amt von Interimstrainer Sreto Ristic.

Den Thüringern bleibt nichts anderes übrig, als den neuerlichen Tiefschlag zu verdauen. Ein Stück weit, sagte Kwasniok, sei er erst einmal „gebrochen“. Doch er wolle sich und die Mannschaft aufrichten. Das Vertrauen zwischen ihm und den Verantwortlichen stimme genauso wie das zwischen ihm und dem Team. Den Jenaer Fans bleibt nur der Funke Hoffnung auf Besserung im Heimspiel ge­gen den MSV Duisburg am kommenden Samstag. Allerdings ist der Zweitliga-Absteiger ein anderes Kaliber als Chemnitz.

Schau erleidet Gesichtsfraktur

Der Jenaer Fußballer Justin Schau im Dienste des Drittligisten FC Carl Zeiss hat sich im Spiel in Chemnitz (2:3) schwer verletzt. Er zog sich kurz nach der Halbzeitpause eine Gesichtsfraktur zu. Er war mit dem Kopf zu einem Ball gegangen, der Gegenspieler mit dem Fuß. Nach kurzer Behandlungspause spielte Schau, der am Samstag seinen 21. Geburtstag feierte, die Partie zu Ende. Bei einer Untersuchung stellten die Ärzte nun den Bruch fest. In den nächsten Tagen soll er operiert werden und anschließend eine Maske bekommen. Schau selbst hofft, am 5. Oktober in Kaiserslautern zurück zu sein. (tz)

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