FF USV Jena chancenlos gegen Bayern München

Jena  0:3 (0:2) unterliegen die Fußballerinnen des FF USV Jena in der Bundesliga dem FC Bayern München.

Jenas Jalila Dalaf (rechts, hier gegen die Münchenerin Carina Wenninger) hatte am Sonntag die größte Chance auf ein Tor für den FF USV Jena gegen Bayern München.

Jenas Jalila Dalaf (rechts, hier gegen die Münchenerin Carina Wenninger) hatte am Sonntag die größte Chance auf ein Tor für den FF USV Jena gegen Bayern München.

Foto: Jürgen Scheere

Christopher Heck stand an der Außenlinie im Regen. Regungslos, die Hände in den Hosentaschen und – zumindest gefühlt – ganz allein.

Zwar stand er nur ein paar Schritte von der Auswechselbank entfernt, auf der sich naturgemäß reichlich FF-USV-Personal tummelte, doch letztlich verweilte er da in der 47. Minute solitär am Spielfeldrand. Solitär und auch ohnmächtig, denn nur wenige Augenblicke zuvor hatte der FC Bayern München das 3:0 (47.) erzielt.

Das Tor nun von Lineth Beerensteyn war jedoch das letzte, welches die Fußballerinnen aus Jena am Sonntag in der Bundesliga über sich ergehen lassen mussten. Es blieb bei einer 0:3-Niederlage, was in Anbetracht der zahlreichen Gegentore, die der FF USV Jena in der bisherigen Saison erhielt, ein kleiner Erfolg für das Team von Christopher Heck war, zumal die Kickerinnen aus Bayern mit anderen Ambitionen gen Ostthüringen aufbrachen. Sie wollten die Gastgeberinnen, die nach nunmehr acht Spieltagen 40 Gegentore ihr Eigen nennen dürfen, regelrecht abschießen.

Chancen beim Gastgeber waren Mangelware

Heck nun schlug bei der Pressekonferenz nach der Begegnung, der 817 Zuschauer beiwohnten, zwar kein Freuden-Rad, war jedoch Lichtjahre von jenem Gemütszustand entfernt, den er nach dem Heimspiel gegen Essen (1:7) hatte. Er sei positiv gestimmt, betonte der FF-USV-Trainer. „Meine Mannschaft hat heute aufopferungsvoll und diszipliniert gespielt“, resümierte der Coach, der einen Aufwärtstrend in seinen Reihen erkannt haben will. „Ich bin mit dem Spiel samt Ergebnis zufrieden“, lautete das Fazit des Trainers.

Dass es am Ende bei lediglich drei Gegentoren blieb, dafür war in erster Linie Torhüterin Sarah Hornschuch verantwortlich, die gen Ende des ersten Aktes und auch im zweiten so manch vielversprechenden Schuss der Münchnerinnen vereitelte – das war die eine Seite. Die andere war jedoch, dass Hornschuch dem Ball nur noch hinterherschauen konnte, als Bayerns Carolin Simon von der linken Seite auf das USV-Gehäuse in der 13. Minute schoss. Das Leder, das eine Ewigkeit in der Luft war, landete am rechten Pfosten, um anschließend die Linie zu überqueren. Zwar versuchte die Torfrau dem Ball – nachdem er den Pfosten touchiert hatte – noch habhaft zu werden, doch es blieb beim Versuch.

Noch bei der Pressekonferenz rätselte Heck, ob es sich bei dem Schuss von Carolin Simon um eine missglückte Flanke oder eben einen formvollenden Sonntagsschuss gehandelt habe.

Überlegungen dieser Art waren beim zweiten Tor der Nationalspielerin neun Minuten später indes nicht vonnöten, da es sich in diesem Fall um einen Traum von Freistoß handelte, der im Dreiangel einschlug – und da war Keeperin Sarah Hornschuch machtlos.

Chancen seitens der Gastgeberinnen waren indes Mangelware. In der ersten Halbzeit versuchte sich Merza Julevic an einem Distanzschuss, der sich letztlich gefährlich gen Tor senkte, während in der Endphase der zweiten Halbzeit Jalila Dalaf vor dem Tor eine mustergültige Vorlage von Christin Martina Ingrid Meyer verstolperte, die diese von der Toraus-Linie kredenzte.

Zweifelsohne war der FC Bayern München über weite Strecken das spielbestimmende Team, agierte weitaus physischer und war mit Blick auf den Spielaufbau auf einem anderen Niveau als das Team von Christopher Heck. Dergleichen hinderte Jenas Jitka Chlastakova jedoch nicht daran, Nationalspielerin Linda Dallmann rotzfrech zu tunneln, die daraufhin am Trikot von Chlastakova zerrte, die dank ihrer Finte Dallmann überrannte. Dafür sah die Münchnerin Gelb. Frust und so.

Ach ja, vor der Partie sangen mehrere Chöre aus der Universitätsstadt auf der Tribüne „You’ll Never Walk Alone“, dessen populärste Version jene von Gerry & The Pacemakers ist und die in erster Linie mit dem FC Liverpool in Verbindung gebracht wird, da es die Vereinshymne der Engländer ist. Er habe in diesen musischen Momenten vor dem Anpfiff einen Anflug von Gänsehaut bekommen, berichtete Christopher Heck.

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