Gyrokoptertreffen bei Jena: Schöngleina fliegt zum Rekord

Schöngleina  Um die 40 Tragschrauber-Piloten – und damit so viele wie noch nie – trafen sich am Wochenende im Saale-Holzlandkreis.

Die Tragschrauber ähneln im Aussehen einem Helikopter. Jedoch wird hier der Rotor nicht durch ein Triebwerk, sondern durch den Fahrtwind in Drehung versetzt.

Die Tragschrauber ähneln im Aussehen einem Helikopter. Jedoch wird hier der Rotor nicht durch ein Triebwerk, sondern durch den Fahrtwind in Drehung versetzt.

Foto: Susann Grunert

Wolfgang Kuhnert, Geschäftsführer des Verkehrslandeplatzes von Schöngleina, studiert die Anmelde­liste: „32, damit haben wir die Zahl vom Vorjahr erreicht, und es sind ja noch gar nicht alle hier.“ Am Ende dieses Wochenendes werden sogar um die 40 Piloten ihre Gyrokopter in Schöngleina gelandet haben – „das ist bisheriger Rekord.“

Zum dritten Mal veranstaltete Kuhnert das „GyroJena-Flyin“, ein Treffen für Piloten, Hersteller und die interessierte Öffentlichkeit und das einzige seiner Art deutschlandweit. „Bis dato hatte jeder Hersteller sein eigenes Süppchen gekocht, sie alle an einen Ort zu bekommen, hatte aber noch niemand versucht.“

Nun, die Teilnehmerliste mit Piloten aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz spricht eine deutliche Sprache. Dazu stellten zahlreiche Hersteller die neuesten Modelle vor. Mit die weiteste Anreise hatte Artur Trendak, der aus Polen kam – „mit dem Auto, nicht mit dem Gyrokopter, das wäre zu weit gewesen.“ Seit 2006 stellt seine Firma Tragschrauber her. Sein Modell, lackiert in Feuerwehr-Rot und mit der 112 an der Seite, stach aus der Reihe der Maschinen hervor.

Gyrokopter werden bei Waldbrandüberwachung eingesetzt

„Wir sind mit diesem Modell in das Überwachungsprogramm der Feuerwehr in Bayern eingebunden“, erklärte Rainer Kurtz, der die Gyrokopter für das Unternehmen „Aviation Artur Trendak“ in Deutschland vertreibt, selbst fliegt und Piloten darin ausbildet. Zum Beispiel in der Waldbrand-Überwachung. Auch bei Kontrollflügen über Hochspannungs- oder Gasleitungen oder für Vermessungsarbeiten kommen die Tragschrauber in vielen Ländern Europas zum Einsatz, ­ergänzte Wolfgang Kuhnert. In Deutschland sei ihr Einsatz aber derzeit noch die Ausnahme.

Das beste Flieger-Wetter nutzten am Sonnabend auch zahlreiche Besucher, um mit den Gyrokoptern in die Luft zu gehen. Die jeweiligen Routen konnten mit den Piloten individuell abgestimmt werden. „So eine Gelegenheit hat man nicht häufig, deshalb nutze ich sie“, erzählte Günther Ratz aus Jena, während er auf seinen Flug wartete. Familie Walther war extra aus Erfurt zum Gyrokopter-Treffen nach Schöngleina gekommen. „Vor allem für den kleinen Mann“, sagte die Oma, auf ihren Enkel zeigend, „zu Hause müssen wir immer Flughafen spielen“.

Aber auch ihr Mann interessiere sich für die Fliegerei und sei bereits selbst in Flugzeug und Hubschrauber geflogen. „Ein Pilot hat uns vorhin alles erklärt und wir durften uns auch einmal in den Gyrokopter reinsetzen.“ Nur zum Abheben war der Enkelsohn mit seinen drei Lenzen noch etwas zu jung.

„Die Resonanz war überwäl­tigend“, so die positive Bilanz von Wolfgang Kuhnert nach dem dreitägigen GyroJena-Flyin 2019. Er wolle die Veranstaltung „auf alle Fälle“ im kommenden Jahr fortsetzen. „Die Piloten freuen sich schon auf ein Wiedersehen in Thüringen.“

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