Harmlos, ineffektiv und zu „jugendlich“: FC Carl Zeiss Jena kassiert nächste Niederlage

Düsseldorf  Beim 0:2 in der 3. Liga gegen Uerdingen stellt sich der FC Carl Zeiss Jena laut Trainer Rico Schmitt zu „jugendlich“ an.

Enttäuscht: Dominic Volkmer (rechts) und Anton Donkor nach der 0:2-Niederlage gegen Uerdingen.

Enttäuscht: Dominic Volkmer (rechts) und Anton Donkor nach der 0:2-Niederlage gegen Uerdingen.

Foto: Thomas Corbus

Rico Schmitt hatte nach der 0:2-Niederlage beim KFC Uerdingen eine klare Ansage an seine Spieler: „Ich muss meinem Gegenspieler zeigen: Ich bin da! Und wenn wir das nicht schaffen, wird es ganz, ganz lange dauern, bis wir das erste Spiel gewinnen.“ Harmlos, ineffektiv und, wie Schmitt fand, zu „jugendlich“ präsentierte sich der FC Carl Zeiss bei seiner elften Niederlage im 13. Spiel. Die Jenaer sind in dieser Spielzeit die einzige Mannschaft im deutschen Profi-Fußball, die noch kein Ligaspiel gewonnen haben.

Hoffnung auf baldige Besserung machte die Begegnung gegen den favorisierten KFC nicht. Schon gar nicht, wenn man auf die Gegentreffer schaut. In einer Phase, in der sich beide Teams weitgehend neutralisierten, kam Uerdingen ohne große Gegenwehr in der 21. Minute zum Führungstreffer. Franck Evina ließ mehrere Zeiss-Kicker aussteigen und spielte auf Tom Boere, der ebenso unbedrängt das 1:0 erzielte.

Spieler seien nur „Begleiter, Zuschauer“ des Gegners

Schmitt machte eine gewisse „Naivität aus, die Punkte kostet“. Seine Spieler seien in vielen Situationen nur „Begleiter, Zuschauer“ des Gegners gewesen. So auch beim 2:0-Endstand, den Jan Kirchhoff, einst für den FC Bayern München in der Bundesliga aktiv, schon in der 50. Minute nach einem Freistoß von Araya Rodriguez per Kopf erzielte. Danach hat „Uerdingen nur noch das Nötigste getan“. Der FC Carl Zeiss versuchte, so etwas wie Druck zu entwickeln. Nico Hammann, der diesmal linker Verteidiger in einer Viererkette spielte, räumte aber ein: „Ich glaube, wir haben in den 90 Minuten den Torwart nicht einmal richtig in Bedrängnis gebracht. Und so wird es schwer, Tore zu schießen.“

Fehlende Qualität im Kader könne Hammann aber nicht ausmachen. „Nein, das würde ich nicht sagen. Wenn ich im Training sehe, wie wir da die Dinger eindosen, ist das schon richtig gut. Aber wir kriegen es am Wochenende einfach nicht auf den Platz.“ Für Schmitt bleibt es ein „Geheimnis“, warum seine Mannschaft die kämpferische Leistung vom 1:1 gegen Würzburg nicht bestätigen konnte. „Das ist eine Stellschraube, an der gedreht werden muss.“, um gute Leistungen Woche für Woche abzuliefern.

Ansonsten gab er seinen Schützlingen mit auf den Weg: „Unterm Strich müssen wir mitnehmen, Männerfußball zu spielen.“ Und positiv zu denken. Auch wenn das schwer fällt.

Europapokal-Stimmung verraucht in Düsseldorf

Die Jenaer Fans wollten das Duell in Düsseldorf zum Heimspiel machen. Zirka 1000 Fans hatten es ins Rheinstadion geschafft. Angesichts der langen Anreise eine beachtliche Zahl, deren Höhe auf den Anlass zurückzuführen war: Die Zeiss-Anhänger erinnerten an das Europapokal-Finale, das 1981 in Düsseldorf gegen Tbilissi mit 1:2 verloren ging. Unerfreulich für den Verein aber, dass sich einige in der Halbzeitpause unter einer Jena-Fahne vor der Polizei verbargen, sich vermummten, um dann reichlich Pyrotechnik zu zünden. Der Rauch zog durch die ganze Arena.

Im Anschluss ging es zurück unter die Fahne, um sich wieder umzuziehen, damit die Polizei niemanden identifizieren konnte. Mit einer Geldstrafe für den FCC ist auf jeden Fall zurechnen. Finanzielle Mittel, die bei dringend nötigen Nachverpflichtung im Winter fehlen werden.

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