Kulturminister Hoff: Schloss Hummelshain gehört in vernünftige Hände

Hummelshain.  Einigung, um Termin zur Zwangsversteigerung zu verhindern, bisher nicht geglückt.

Echter Hausschwamm breitet sich im Neuen Schloss Hummelshain aus.

Echter Hausschwamm breitet sich im Neuen Schloss Hummelshain aus.

Foto: Angelika Schimmel

Zur Zukunft des Neuen Schlosses in Hummelshain schaltet sich der Thüringer Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) ein. „Ich appelliere dringend an den bisherigen Eigentümer und das von ihm repräsentierte Unternehmen, eine Entwicklung wie bei Schloss Reinhardsbrunn zu vermeiden“, sagt er.

Persönliche Interessen sollten nicht über den Schutz und der Denkmalpflege des historischen Bauwerks stehen. Schloss Reinhardsbrunn war jahrelang Spekulationsobjekt und verfiel. 2018 konnte das Land den Eigentümer enteignen.

Das Land will die Zwangsversteigerung des Hummelshainer Jagdschlosses am 5. November verhindern und hat auch eine Terminaufhebung beantragt, geht aus einer Mitteilung der Staatskanzlei hervor. Um das Verfahren zu kippen, müsste eine Einigung zwischen dem Eigentümer, den Grundschuldgläubigern und dem Insolvenzverwalter des vormaligen Eigentümer-Unternehmens erreicht werden. Danach sieht es derzeit nicht – „trotz intensiver Gespräche unter Moderation der Kulturabteilung der Staatskanzlei“, heißt es.

„Auch ich appelliere an den Besitzer und an die Gläubiger der Grundschuld, das Schloss nicht als Spekulationsobjekt zu missbrauchen“, sagt der Landtagsabgeordneter Markus Gleichmann (Linke). Er befürworte einen Eigentumswechsel in die öffentliche Hand, bestenfalls in eine Stiftung.

Zuletzt machte der Förderverein Schloss Hummelshain auf die Gefahr des sich besorgniserregend ausbreitenden Echten Hausschwamms aufmerksam. „Inzwischen sind Keller, Erdgeschoß und das erste Obergeschoss betroffen“, sagt Vorsitzender Rainer Hohberg. Der Eigentümer selbst unternehme nichts zur Schadensabwehr.

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