Neues Schloss Hummelshain

Hummelshainer Schloss für Veranstaltungen gesperrt

Hummelshain.  Bis ins kommende Jahr werden keine Veranstaltungen im Hummelshainer Wahrzeichen abgehalten. Grund dafür ist ein holzzerstörender Pilz.

Am Neuen Schloss Hummelshain treten neue Probleme auf. Im südlichen Teil zieht sich Echter Hausschwamm durch die Räume, Rainer Hohberg vom Förderverein bespricht das Vorgehen mit Steffen Jordan, Holzschutzsachverständiger der Bauwerkssicherungsfirma Bennert.

Am Neuen Schloss Hummelshain treten neue Probleme auf. Im südlichen Teil zieht sich Echter Hausschwamm durch die Räume, Rainer Hohberg vom Förderverein bespricht das Vorgehen mit Steffen Jordan, Holzschutzsachverständiger der Bauwerkssicherungsfirma Bennert.

Foto: Foto: Katja Dörn

Das Neue Schloss in Hummelshain ist vorerst für Besucher gesperrt. Das Bauamt des Saale-Holzland-Kreises hat eine Nutzungsuntersagung für die vom Hausschwamm befallenen Bereiche ausgestellt, dazu gehört auch der Festsaal im Erdgeschoss, der zuletzt für das „Schlemmen im Schloss“ vom Förderverein Schloss Hummelshain genutzt wurde. Wie Vorsitzender Rainer Hohberg sagt, ist das Vorgehen „für uns als Verein vollkommen nachvollziehbar, wir können nicht den Schwamm im Haus rumtragen“.

Echter Hausschwamm, ein aggressiver Holzzersetzer, verbreitet sich an zwei Stellen im Jagdschloss. Dass dies überhaupt bekannt geworden ist, wurde durch ein Gutachten ersichtlich, dass vom Förderverein – nicht vom Schlossbesitzer – in Auftrag gegeben wurde. „Durch schlechte Bauwerksunterhaltung ist das mit verursacht worden“, erklärt Hohberg.

Lutz Rothe, Schlosseigner seit zwei Jahrzehnten, kam seinen Sanierungsversprechungen nie nach – auch in Sachen Hausschwamm. „Nette Worte, keine Taten“, fasst der Vereinsvorsitzende die Gespräche zusammen.

Positive Fördergespräche mit Bund und Land

So sieht sich also wieder der Schlossverein am Zug, notgedrungen, und habe „lange Gespräche“ mit Vertretern von Bund und Land geführt. Eine schriftliche Fördermittelzusage gebe es bislang nicht, aber „freundliche Vorzusagen“ beider Körperschaften, um die notwendige Schwammsanierung mit knapp einer halben Million Euro zu finanzieren – zusätzlich zu den 1,53 Millionen Euro, die für die Dachsanierung und Trockenlegung des Schlosses versprochen sind und in Fünf-Jahres-Schritten ausgereicht werden.

Die hohen Kosten kommen durch die komplexe Behandlung zustande, die nur von Spezialfirmen ausgeführt werden kann, erklärt Hohberg. Betroffene Wände müssten mit einer Wärmetherapie vom Schwamm befreit werden.

Konkret befallen sind zwei Etagen: das Arbeitszimmer der Herzogin mit dem nebenliegenden Spiegelsaal bis hin zum Festsaal im Erdgeschoss sowie die darüberliegende Etage, die von 1920 an bis Kriegsende von der Familie Vogel bewohnt wurde.

Dort laufen jetzt bereits die ersten Anstrengungen. Handwerker reißen seit Montag alte Holzmöbel raus und haken den Putz ab. „Das ist noch keine Schwammsanierung, sondern sind vorbereitende Maßnahmen“, erklärt Hohberg. Die Mitarbeiter der Firma Bennert aus Klettbach (Weimarer Land) sind auf denkmalgerechte Sanierungen spezialisiert und wollen zum Grundübel vordringen. „Die Dielung kommt auch noch raus, damit wir die Deckenbalken begutachten können“, sagt Holzschutzsachverständiger Steffen Jordan.

Wie dringend es ist, zeigt er an einer Vertäfelung, die sie von einer Wand in der ersten Etage abmontiert haben. Weiße Sporen ziehen sich über das Holz, „das ist aktiver Hausschwamm“, sagt der Spezialist.


Um diese Arbeiten überhaupt bezahlen zu können, hat der Förderverein Gelder aus der Dachsanierung umgeschichtet. „Die Dachfläche im Westflügel haben wir kleiner gehalten, so dass mit dem Restgeld die Vorarbeiten gemacht werden können“, erklärt Hohberg.

Bauabschnitt zwei des Großprojektes Dachsanierung ist seit Mittwoch, 6. November, beendet, noch in diesem Jahr soll es am Mittelbau weitergehen, wo der Schwammbefall auftritt. „Ziel ist, jeglichen Wassereintritt zu reduzieren“, sagt Hohberg. 2021 kommt das Süddach zum Zuge, seit Jahren noteingedeckt.

Schlosseigner will in Berufung gehen

Die Frage des Eigentumsrechts liegt übrigens weiter im Ungewissen. Wie Hohberg weiß, bereitet Schlosseigner Rothe die Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Gera vor.

Der Richter hatte im August einer Rücküberführung der Immobilie an den Insolvenzverwalter einer früheren Rothe-Firma zugestimmt, wodurch das Schloss wieder verkaufbar wäre.

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