In der Jenaer Wartburg gibt‘s wieder Haxe

Jena  Berliner Gastronom hat am Sonnabend die Kultkneipe im Damenviertel wiedereröffnet.

Der neue Wirt Marc Rittel (2. v. l.) trifft hier auf den ehemaligen Wirt Rolf Ryszewski. Die Eigentümer des Hauses, Teresa und Ulrich Schmidt (r.), freuen sich, dass die mehr als 100 Jahre alte Gastwirtschaft wieder in guten Händen ist.

Der neue Wirt Marc Rittel (2. v. l.) trifft hier auf den ehemaligen Wirt Rolf Ryszewski. Die Eigentümer des Hauses, Teresa und Ulrich Schmidt (r.), freuen sich, dass die mehr als 100 Jahre alte Gastwirtschaft wieder in guten Händen ist.

Foto: Thomas Beier

In der Jenaer „Wartburg“ brennt abends wieder Licht. In der Kultkneipe im Damenviertel hat es einen Inhaber-Wechsel gegeben. Samstagabend öffnete der neue Betreiber Marc Rittel erstmals nach dem Umbau des Lokals für Freunde und Gäste aus dem Wohngebiet. Voraussichtlich am Donnerstag dieser Woche geht es dann richtig los. Zuvor muss der neue Küchenchef Toni Baier alle Gerichte probekochen.

Die „Wartburg“ hat sich verändert – aber nicht komplett. Anders als früher hat der Gast nicht mehr das Gefühl, in einem DDR-Museum zu sitzen. Die Holztische blieben und Teile der Vertäfelung ebenso. Die Bar steht nun dort, wo früher das von der PGH des Malerhandwerks gezeichnete Hirsch-Gemälde hing. Als Ersatz für das Wandgemälde gibt es eine verkleinerte Abbildung des röhrenden Hirsches im Goldrahmen. Durch die Verlagerung der Toiletten in den Keller wurde der Gastraum größer und luftiger. Später soll noch ein Vereinsraum entstehen.

Die alte Speisetafel ist nun am DNT

„Ja, es gibt noch Grillhaxe!“ Das war Marc Rittels Antwort auf eine zentrale Frage bei den Tischgesprächen. Ansonsten ist die Karte komplett neu. Hausgemachte Spätzle, Bayrisches Bierbrätel oder Crème brûlée waren früher nicht im Angebot. Als Neuerung wird ein „Sonntagsbraten“-Essen (natürlich Sonntag zur Mittagszeit) eingeführt. Passend zu Kundenwünschen gibt es Veganes und Vegetarisches. Verschwunden ist die ostalgische Speisetafel mit den Schiebekärtchen. Das wäre ein zu starker Gruß aus der Vergangenheit, sagt Marc Rittel. Er will den Gästen schon signalisieren, dass es um einen Neuanfang geht. Die alte Tafel kommt nun als Leihgabe am Nationaltheater DNT in Weimar zum Einsatz, wo auch einige „Wartburg“Tischdecken als Requisite dienen.

Marc Rittel hat in Berlin als Oberkellner in „Clärchens Ballhaus“ gearbeitet. Später eröffnete er eine kleine Bar im Stadtbezirk Neukölln. Dort hatte er Räume eines früheren Holzkohlehandels umgebaut. Er sagt, die Modernisierung der „Wartburg“ war fast die größere Herausforderung. Dass er nach Jena kam, liegt an einer Frau, die er in Berlin kennengelernt hatte. Sie kam aus Jena. Nun lebt er auch hier und wohnt seit Oktober über der Gastwirtschaft, die er jetzt betreibt.

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