Jena: Nach dem Ja kommt die Feuerwehr

Jena/Isserstedt.  Vier Paare gaben sich in Jena am Valentinstag das Ja-Wort, darunter Janine und Dirk Osterland.

Janine und Dirk Osterland heirateten am Valentinstag, 14. Februar, im Jenaer Rathaus. Der Isserstedter Dirk Osterland gehört seit Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Kleinromstedt an. Und so standen seine Kameraden standesgemäß Spalier.

Janine und Dirk Osterland heirateten am Valentinstag, 14. Februar, im Jenaer Rathaus. Der Isserstedter Dirk Osterland gehört seit Jahren der Freiwilligen Feuerwehr Kleinromstedt an. Und so standen seine Kameraden standesgemäß Spalier.

Foto: Thomas Stridde

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Dirk Osterland (34) gab am Freitag den Anschein, aufrichtig übermannt zu sein. Nicht nur, dass er seiner Lebensgefährtin Janine Osterland (35) gerade im historischen Rathaus sein Ja-Wort gegeben hatte. – Noch in der Rathausdiele kursierte innerhalb der Hochzeitsgesellschaft zudem die vage Nachricht von einer Überraschung unten auf der Straße. Und Dirk Osterland schwante: „Was, die werden doch wohl nicht ...?“ Mit „die“ meinte er die Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Kleinromstedt. In der Tat, die Kleinromstedter hatten ein Spalier mit Feuerwehrschlauch-„Laubengang“ gebildet, den ihr langjähriger Kamerad und seine Angetraute durchschreiten mussten. Die Einzelhandelskauffrau und der Elektro-Planer leben in der Nachbarschaft von Kleinromstedt, im Jenaer Ortsteil Isserstedt. Zwei gemeinsame Kinder haben die Osterlands bereits, und Dirk Osterland zeigte auf den Bauch seiner Janine: „Bald sind’s drei.“ Selbstverständlich, so sagte er auf Nachfrage, sei das Datum der Heirat bewusst gewählt worden: der Valentinstag, der Tag der Verliebten.

Gefragtes Datum mit vielen Zweien

Heike Müller Hipper, die Leiterin des Jenaer Standesamtes, konnte auf Anfrage der Zeitung allerdings nicht die Vermutung bestätigen, dass der Valentinstag als Heiratsdatum besonders gefragt wäre: Vier Eheschließungen standen am Freitag nach ihren Worten auf dem Terminkalender des Jenaer Standesamtes. Da seien die Tage mit den vielen Zweien noch stärker gebucht: Am 20. 2. 2020 und am 22. 2. 2020 sind bislang acht und sechs Eheschließungen angemeldet. „Aber auch das ist nichts, was uns in außergewöhnliche Bedrängnis bringt“, sagte Heike Müller Hipper. Nach dem Jahr 2018, in dem bundesweit und kaum erklärbar viel mehr als üblich die Ja-Worte fielen, hätten sich die Zahlen wieder auf früherem Niveau eingepegelt. In Jena sind das 430 bis 440 Eheschließungen pro Jahr..

Und weil das Standesamt mehr bedeutet als Heiraten: 2019 wurden im Standesamt Jena 1572 Geburten in das Register eingetragen und 2034 Sterbefälle beurkundet, ohne dass alle 2019 geborenen Kinder in der Zählung inbegriffen sind: Manche Eltern kamen erst Anfang 2020 zur Beurkundung ins Standesamt.

Mehr Verstorbene als Geburten

Nach Heike Müller Hippers Einschätzung kristallisiert es sich seit Jahren heraus, dass die Sterbefallzahl ansteigt gegenüber der Geburtenanzahl. Einfluss habe hier auch der Ausbau des neuen Klinikums; so kämen mehr Schwerkranke von auswärts zur Behandlung nach Jena.

Was die Eheschließungen angeht: Da gebe es bei den Anmeldungen schon eine gewisse „Anspruchs- und Forderungshaltung“, sagte Heike Müller Hipper. Doch bleibe da ein gewisser Rahmen einzuhalten. Also etwa die Feuerwehrleiter am Standesamt für heiratswillige Feuerwehrleute – „so etwas fällt aus“, sagte Heike Müller Hipper. „Wo fangen wir da an? Wo hören wir da auf?“

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