Jena: Unverwechselbarer Blasmusikklang in der Stadtkirche

Jena  Rezension: Bläserweihnacht mit der Brassband Blechklang kommt erneut beim Publikum an.

Einige Musiker der Brassband Blechklang. Archivfoto: privat

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Wenn die Brassband Blechklang zu Konzerten einlädt, dann kann sie sicher sein, auf reges Publikumsinteresse zu stoßen, so auch zur diesjährigen Bläserweihnacht in der Stadtkirche Sankt Michael.

Es ist nicht nur der unverwechselbare Klang, die Perfektion des Zusammenspiels der Instrumentengruppen, sondern auch die Literaturauswahl. Unter der bewährten Leitung von Alexander Richter begab man sich musikalisch auf Weltreise mit wirkungsvollen Kompositionen und Arrangements, etwa „The Graces of Love“ von Oliver Waespi, dreisätzig vom Mailänder Flair geprägt, nachdem man die Glocken läuten hörte in „La Basilica die San Marco“ von Mario Bürki.

Ohne jedes einzelne Opus des ungemein vielseitigen Programms zu würdigen, aber wenn Dirigent Alexander Richter als Solist auf dem Kornett mit „Share My Yoke“ von Joy Webb eine irische Weise anstimmt und vom Orchester unter Leitung von Patricio Cosentino begleitet wird, dann ist sozusagen ein erster Höhepunkt verinnerlichender Art gegeben. Zwei Stücke aus der „African Odyssey“ von Richard Grantham lenkten die Blicke in den Süden, wobei der Satz „Sahara“ Brauchtum folk­loristischen Zeremoniells besonders auf tänzerische Weise vermittelte. Auch Irisches war zu hören. Thomas Rothardt lenkte neben seinen gewohnt sachlichen Informationen zu den einzelnen Werken dieses Mal die Aufmerksamkeit insbesondere auf die weihnachtlichen Sitten und Gebräuche in Afrika, Italien, England. Irland, Schweden, Norwegen Finnland und den USA, hochinteressant im Detail und dabei stets das eigentliche Christfest im Hintergrund. Ganz anders „Hymn to Odin“ von Darol Barry, mystische Klangentfaltung und dynamische Steigerung im hohen Norden, wobei man unwillkürlich beim Markenzeichen der Brassband Blechklang landet: Die unverwechselbare homogen-sonore Klangentfaltung in den tiefen Instrumenten, die weiche Mitte und der lichte Strahl in den hohen Registern, dabei rhythmisch virtuos in allen Gruppen, das Schlagwerk ohnehin. Wie stets weihnachtliche Weisen am Ende, Zugaben mussten sein bis hin zum gemeinsam mit dem Publikum dargebotenen „Stille Nacht, heilige Nacht“. Die nächste CD mit dem Titel „KLANGspuren“ ist in Arbeit und wird zum traditionellen Galakonzert am 28. Mai 2017 im Volkshaus präsentiert.

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