Jenaer Befreiungsschlag: Science City II bezwingt Herzogenaurach

Basketball: Science City II bezwingt Herzogenaurach. Talente der U-19 gewinnen in Bayreuth

Gut gebrüllt, Trainer: Farsin Hamzei, Trainer der U-19, feierte in Bayreuth einen Auswärtssieg.

Gut gebrüllt, Trainer: Farsin Hamzei, Trainer der U-19, feierte in Bayreuth einen Auswärtssieg.

Foto: Jürgen Scheere

Science City Jena II – Herzogenaurach78:77

Einen wichtigen Befreiungsschlag landete die zweite Mannschaft von Science City Jena. Das Team von Trainer Marius Linartas bezwang die Gäste aus Herzogenaurach nach einer dramatischen Aufholjagd, trotz eines zwischenzeitlichen Rückstandes von 24 Punkten, am Ende knapp mit 78:77 und klettert auf den elften Platz der Regionalliga Südost.

Während die jungen Ostthüringer gegen den bis dato Tabellenvierten schnell ins Hintertreffen gerieten, nach einem verkorksten Startviertel mit 9:26 das Nachsehen hatten, blieben die Gäste aus Mittelfranken bis zur Halbzeit das tonangebende Team. In der 18. Minute nach einem Korbleger des Herzogenaurachers Robert Merz zum zwischenzeitlichen 19:43 bereits mit 24 Punkten in Rückstand liegend, drohte den Saalestädtern zu diesem frühen Zeitpunkt eine deutliche Heimpleite. Nachdem sich Science City Jena mit einem Halbzeitstand von 26:45 in die Kabine verabschiedet hatte, dürften wohl nur noch Berufsoptimisten dem jungen Kader von Marius Linartas ein erfolgreiches Comeback zugetraut haben. Auch nach dem Start in den dritten Spielabschnitt deutete zunächst wenig darauf hin, dass Jenas Bundesliga-Reserve einen Richtungswechsel einleiten könne. Vielmehr waren die ersten Minuten der zweiten Hälfte von beiderseitigen Ballverlusten, vergebenen Wurfchancen sowie Fouls geprägt, welche den hohen Vorsprung der Gäste konservierten. Die Jenaer Initialzündung erfolgte durch einen Dreier von Kristofer Krause, der mit seinem Distanzwurf zum 29:47 einen 10:0-Lauf einleitete, um die Tür zur Rückkehr in das Spiel wieder zu öffnen. Bis auf 37:47 (25.) hatte sich die junge Mannschaft von Science City wieder herangekämpft, bevor die Gäste routiniert antworteten.

Nachdem Nils Haßfurther den Herzogenauracher Vorsprung erneut auf 43:59 ausgebaut hatte, schien das Duell den erwarteten Verlauf zu nehmen. Zwar konnte Benjamin Dizdar kurz vor der Sirene des dritten Spielabschnitts mit einem erfolgreichen Dreier zum 46:59 kontern, der Weg zum angepeilten Heimsieg blieb dennoch lang und beschwerlich. Während die Franken ihre Führung auch im Abschlussviertel verteidigen konnten, beim zwischenzeitlichen 59:69 (34.) einem Auswärtssieg entgegengingen, setzte Science City zum finalen Versuch einer Aufholjagd an. Nur eine Minute später befanden sich die jungen Jenaer nach einem Freiwurf von Vuk Radojicic sowie vier Punkten durch Richard Rietschel zum 64:69-Anschluss zurück in Schlagdistanz, setzten in der dramatischen Schlussphase erfolgreich nach. Nachdem Radojicic in der 38. Minute mit zwei weiteren Freiwürfen zum 74:73 die erste Jenaer Führung seit dem 2:0 besorgt hatte, schlug Herzogenaurachs Haßfurther mit seinem Korb aus der Distanz zurück – 74:76. Zwei nervenstark verwandelte Schüsse von der Freiwurflinie durch Jan Heber 70 Sekunden vor der Schlusssirene zum erneuten Ausgleich (76:76) ließen den Adrenalinpegel unter den Zuschauern deutlich ansteigen. Auf der Gegenseite gelang es Moritz Sanders 36 Sekunden vor Ultimo nur einen seiner beiden Würfe im Jenaer Korb unterzubringen – 76:77. So wanderten Angriffsrecht und Ball in die Hände der Thüringer, die nach Jan Hebers Sprungwurf zum letzten Führungswechsel auf 78:77 das bessere Ende und die Pluspunkte verbuchen konnten.

SCJ: Radojicic 16 Punkte, Rietschel 13, Krause 11, Dizdar 11, Shusel 8 (10 Reb.), Jostmann 8, Heber 7, Bank 2, Glück 2, Sturcel, Mayr, B. Linartas

Bayreuth – Science City U-1976:90

Mit einem 90:76-Auswärtssieg und zwei wichtigen Pluspunkten kehrte die U19-Auswahl von Science City Jena am Sonntag aus Bayreuth zurück. Die Mannschaft von Trainer Farsin Hamzei bezwang die Wagnerstätter nach vier entgegengesetzt verlaufenden Vierteln am Ende verdient, reiht sich in der frühen Momentaufnahme nach zwei Siegen und einer Niederlage auf dem zweiten Rang ihrer Bundesliga-Staffel ein.

„Das war ein wichtiger, aber auch von Höhen und Tiefen gekennzeichneter Sieg“, sagte Jenas Trainer Farsin Hamzei. „Die Jungs haben am Ende die Kurve gekriegt und eine keineswegs einfache Aufgabe gut gelöst. Der Spielverlauf war in dieser Art und Weise nicht einfach zu verkraften. Letztendlich spricht die Leistung und das Ergebnis für die gute Einstellung der Mannschaft. Dennoch gibt es noch genügend Baustellen, die wir in den kommenden Wochen und Monaten abzuarbeiten haben. Dies betrifft neben einer stärkeren Entlastung durch die Bankspieler auch die Konstanz im Spiel“, sagte Hamzei.

Nachdem das Duell in der Bayreuther Oberfrankenhalle aus Jenaer Sicht enorm positiv startete, die Saalestädter mit einem komfortablen 29:16-Vorsprung in die erste Viertelpause gingen, drehten die Gastgeber die Partie mit einem offensivstarken Spielabschnitt (31:13) bis zur Halbzeit in ihre Richtung auf 47:42. Nach dem Kabinengang entwickelte sich eine weiterhin offene Partie, in welcher bis zum Ende des dritten Spielabschnitts noch keine Vorentscheidung gefallen war. Während die Oberfranken mit einem 62:55-Vorsprung in den Schlussabschnitt gingen zog Science City Jena noch einmal das Tempo an, lieferte in den letzten zehn Minuten das offensivstärkste Viertel der gesamten bisherigen Saison. Mit insgesamt 35 Punkten drehten die Thüringer das Duell spät, aber nicht zu spät zu ihren Gunsten, und feierten nach 40 wechselhaften Minuten einen verdienten Auswärtssieg.

SCJ: Radojicic 34 Punkte (9 Ass.), Jostmann 13 (9 Reb.), Dizdar 10, Krause 9, Bank 8, Schöps 6, Sturcel 6, Mayr 2, Otto 2, Teichert – Segeth, Mohammad.

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